Grüße Ida
herzlich. Hast
Du einen Wunsch?
Soll ich Dir was
bringen? -
Wien, 28. Jänner 1919.
Meine liebe Lili!
In den letzten Tagen war ich so stark in
Anspruch genommen, dass es mir wirk-
lich bei bestem Willen nicht möglich war,
Dir zu schreiben. Sei mir darum nicht bös'!
Deine lieben, mir zwar von der erfreulichen
Besserung Deiner Gesundheit berichtenden,
aber doch vielfach in traurigen Betrach-
tungen sich ergehenden Briefe vom 17.
(Brief), 21. (Karte), 24. (Karte) u. 25. Jänner (Brief)
habe ich erhalten. Ich gehe zuerst an die
Beantwortung derselben.
Du hast mich ja nicht ‚verloren‘! Lass' Dir das
doch einmal gesagt sein. Du mußt mich nicht
quälen mit der hundertmaligen Wiederho-
lung derselben Dinge. Ich bin auch von Nie-
mandem abhängig in meinen Entschlüssen
u. in Niemandes Banne; sondern ich freue
mich, wirken u. meine Erfahrungen nach außen
verwerten zu können. Das mußt Du doch end-
lich begreifen, u. wenn Du mich wirklich
so lieb hast, so lasse mich gewähren u.
herzlich. Hast
Du einen Wunsch?
Soll ich Dir was
bringen? -
Wien, 28. Jänner 1919.
Meine liebe Lili!
In den letzten Tagen war ich so stark in
Anspruch genommen, dass es mir wirk-
lich bei bestem Willen nicht möglich war,
Dir zu schreiben. Sei mir darum nicht bös'!
Deine lieben, mir zwar von der erfreulichen
Besserung Deiner Gesundheit berichtenden,
aber doch vielfach in traurigen Betrach-
tungen sich ergehenden Briefe vom 17.
(Brief), 21. (Karte), 24. (Karte) u. 25. Jänner (Brief)
habe ich erhalten. Ich gehe zuerst an die
Beantwortung derselben.
Du hast mich ja nicht ‚verloren‘! Lass' Dir das
doch einmal gesagt sein. Du mußt mich nicht
quälen mit der hundertmaligen Wiederho-
lung derselben Dinge. Ich bin auch von Nie-
mandem abhängig in meinen Entschlüssen
u. in Niemandes Banne; sondern ich freue
mich, wirken u. meine Erfahrungen nach außen
verwerten zu können. Das mußt Du doch end-
lich begreifen, u. wenn Du mich wirklich
so lieb hast, so lasse mich gewähren u.