Kienzl, Wilhelm: Brief an Lili Kienzl. Wien, 28.1.1919
fördere meine Pläne u. Arbeiten! Dann
wirst auch Du zufrieden sein. Du schreibst:
„ich werde sehr lieb sein, Dich nicht quälen!”
Halte nur auch dieses löbliche Versprechen.
Wenn ich komme, so wollen wir recht ge-
mütliche Tage verbringen mit einander. Ich kann
nur diesmal leider nicht so lange bleiben,
weil ich hier viele wichtige Dinge zu tun habe,
die auf mich warten. Du wirst ja ohnedies
in absehbarer Zeit nach Wien kommen.
Und Du sollst sehen, wie gemütlich wir
hausen werden, u. bei einigem guten Willen
wirst Du Dich gewiss wohl fühlen u. zu-
frieden sein. - Deine Zeitungsausschnitte habe
ich erhalten, ebenso das Gedicht über das
mir wohlbekannte berühmte herrliche
Bild ‚Io u. Jupiter‘ (Dresdener Gallerie)
Malzzuckerln bringe ich Dir mit; span. Wind
war nur sehr wenig. Gugelhupferln aß ich Morgens
zum Tee statt Butterbrod. 100 Kr werde ich
Dir schicken; oder mehr? - In Ida's mir
geschickter Rechnung verstehe ich nur - 2
Posten nicht, u. zw. vom 7. Dez. „Colle Gepäck
vom Bahnhof überführt - 2 Kr.” (wessen
Gepäck war denn das? Das meinige brachte ich
ja in der Elektrischen herein, u. zw. am 12. Dez)
dann: „Miethe für 30. u. 31. Dez. 1918. . 10 Kr.”
(was für eine Miethe, u. für wen? Ich habe