Wien, 1. Februar 1919.
Meine liebe Lili!
Heute kam endlich, nach einigen
Tagen ohne Nachricht, Deine liebe
Karte, in welcher Du Deiner Sehnsucht
nach mir Ausdruck giebst. Ich begreife
Deine Empfindung vollkommen, werde
doch auch ich wiederholt von Sehnsucht
nach Dir befallen u. möchte am lieb-
sten gleich zu Dir eilen. Aber es geht
nicht alles nach Wunsch in dieser Welt.
Ja, ich habe angesichts der elenden
Reiseverhältnisse u. schlechten Zugs-
verbindungen (von den Kosten ganz ab-
gesehen) eine wahre Angst vor meiner
geplanten Gmundener Reise, vor einem
Krankwerden u. Aehnlichem. Dennoch
habe ich die feste Absicht zu Dir in Bälde
zu kommen. Nur könnte ich nicht
sehr lange bleiben, was Du ja auch be-
Meine liebe Lili!
Heute kam endlich, nach einigen
Tagen ohne Nachricht, Deine liebe
Karte, in welcher Du Deiner Sehnsucht
nach mir Ausdruck giebst. Ich begreife
Deine Empfindung vollkommen, werde
doch auch ich wiederholt von Sehnsucht
nach Dir befallen u. möchte am lieb-
sten gleich zu Dir eilen. Aber es geht
nicht alles nach Wunsch in dieser Welt.
Ja, ich habe angesichts der elenden
Reiseverhältnisse u. schlechten Zugs-
verbindungen (von den Kosten ganz ab-
gesehen) eine wahre Angst vor meiner
geplanten Gmundener Reise, vor einem
Krankwerden u. Aehnlichem. Dennoch
habe ich die feste Absicht zu Dir in Bälde
zu kommen. Nur könnte ich nicht
sehr lange bleiben, was Du ja auch be-