Wien, 6. Juni 1919.
Liebes Lilerl!
In den letzten Tagen türmten sich meine
Arbeiten: Proben für Konzert u. Oper,
Empfang eines bedeutenden Textdichters,
mit dem ich vielleicht arbeiten werde,
des Frls. Scarpatetti, die mir ihre Prüfungs-
arien vorsingen wollte u. es auch tat (viel
Fortschritte hat sie leider nicht gemacht),
einer ,Komponistin‘ (!!), Beheben meines
Ehrenhonorars von Bock, das ich, sowie
Alles, was ich jetzt einnehme, in die eiserne
Kasse u. nicht in die Bank lege (bist zufrieden?)
u. s. w. - Deine beiden langen Briefe vom
1., 2. Juni u. vom 4. Juni samt Beilagen, sowie
Dein Brief an Marie sind angekommen.
Deine Wünsche sollen auf's genaueste
befolgt werden. Vorläufig konnte ich Deine
angegebenen Schmucksachen nicht finden.
In der Schatulle sind nur ganz kleine Nichtserln.
Du schreibst so furchtbar viel auf,
was wir mitnehmen sollen, dass ich nicht
begreife, wie diese Unmasse von Sachen,
[seitlich und oberer Rand:]
Reis um 4 Kr
das Kg. erhalten.
Zwiebel hält
sich nicht! -
Bleib gesund!
Liebes Lilerl!
In den letzten Tagen türmten sich meine
Arbeiten: Proben für Konzert u. Oper,
Empfang eines bedeutenden Textdichters,
mit dem ich vielleicht arbeiten werde,
des Frls. Scarpatetti, die mir ihre Prüfungs-
arien vorsingen wollte u. es auch tat (viel
Fortschritte hat sie leider nicht gemacht),
einer ,Komponistin‘ (!!), Beheben meines
Ehrenhonorars von Bock, das ich, sowie
Alles, was ich jetzt einnehme, in die eiserne
Kasse u. nicht in die Bank lege (bist zufrieden?)
u. s. w. - Deine beiden langen Briefe vom
1., 2. Juni u. vom 4. Juni samt Beilagen, sowie
Dein Brief an Marie sind angekommen.
Deine Wünsche sollen auf's genaueste
befolgt werden. Vorläufig konnte ich Deine
angegebenen Schmucksachen nicht finden.
In der Schatulle sind nur ganz kleine Nichtserln.
Du schreibst so furchtbar viel auf,
was wir mitnehmen sollen, dass ich nicht
begreife, wie diese Unmasse von Sachen,
[seitlich und oberer Rand:]
Reis um 4 Kr
das Kg. erhalten.
Zwiebel hält
sich nicht! -
Bleib gesund!