Kienzl, Wilhelm: Brief an Helene Kienzl. Graz, 24.3.1917
Das war für meine Stim-
mung das rechte Unwetter.
Ich ging, im Schnee u. Eiswasser
bis über die Knöchel watend,
um Lebensmittel zu beschaffen,
was mir auch gelang (natürlich
um Kapitalien). Ich nahm einem
Weib die große Schneeschaufel
aus der Hand u. fegte bei hell-
lichtem Tag einen Gehsteig
rein - das befreite mein
tatendurstiges eingerostetes
Gemüt. - Dann besuchte ich
Frau Hansa, bei der ich eine
schöne Stunde gegenseitigen
Trostes verbrachte u. die mir
schließlich mit langentbehrter
Butter aushalf. Auch bei Stücker's
war ich, wo ich 1 1/2 Kg. Kraut
ergatterte. Ja, wozu nicht ein
Musiker gut ist!