Kralik, Richard: Brief an Joseph Eberle. o.O., 3.3.1917
die Schönheit der Evangelien usw. aufmerksam machen, wie
das die Prot. tun. Niemand hat etwas davon wissen wollen, daß
mein Leben Jesu, in 2. Aufl. erschienen, die eingehendste
Würdigung des ästhet. Werkes Jesu enthält, die jemals geschrie-
ben wurde. Alles, was ich geschrieben habe, ist einfach nicht
da. Wenn ich ein Gesch. der neuesten Zeit in fünf dicken Bänden
schreibe, so heißt es: der Kralik sollte halt eine Gesch. der
christl. soz. Bewegung, eine Biographie des Lueger schreiben.
Nicht loben, nur kennen! Sehen Sie sich doch einmal meine
Bücher an! Ich habe sie ja für Sie geschrieben! Im
eigentlichsten Wortsinn. Das heißt, ich habe sie als
Material, als Hinterlage für die kath. Publizistik
geschrieben. Also am übernächsten Mittwoch
mehr davon!
Treulich Ihr Kralik