Kralik, Maia von: Brief an die Söhne. o.O., 2.7.1927
zahlen. Ich habe aber eingesehen, dass
ich es aus den laufenden Einnahmen
nicht herausbringen werde. So möchte
ich verkaufen. Und dazu brauche ich
Eure Hilfe. Wenn ich die Geige hergegeben
hätte, so wäre ich aus aller Schlammastik.
Ich wollte doch das Quartett nicht zerstören. Es ist
doch von großem Wert und kann uns hoffentlich
bleiben, nicht uns, sondern Euch, denen ja alles,
was wir haben gehört. Aber von meinem Schmuck,
der wirklich nur mir gehört möchte ich verkaufen
und da bitte ich Euch mir zu helfen, damit ich
keine Dummheit mache. Und wenn ich im
Lauf der Monate meine Schulden doch nicht
tilgen können sollte, so bitte ich Euch, helft mir
dann. Ich bin Schulden nicht gewöhnt und sie machen
mich krank. Ich besitze 1 ganzes Haus und ½ Haus
und bin eine Bettlerin. Nun wirklich „am
Bettelstab” wie Papale immer gesagt hat.
Behaltet mich doch lieb als Eure
verarmte Mutter.