Während aber beim Naturhistorischen Museum bloß die prak-
tische Unzulänglichkeit dieses Prachtbaues sich fühlbar macht, die
überflüssige und oft geschmacklose Ausschmückung der Innenräume
aber nur zu bedauern ist, ohne den aufgestellten Sammlungen wirk-
lich Eintrag zu tun, da diese einen rein wissenschaftlichen, keinen
ästhetischen Wert haben, kommt beim Kunsthistorischen Museum
zur praktischen Unzulänglichkeit noch hinzu, daß die überladene
Innenausschmückung den Genuß der in diesem Gebäude verwahr-
ten Kunstwerke auf marktschreierische Weise stört und hindert.
Es liegt auf der Hand, daß die größte Einfachheit und Schlichtheit
in Räumen geboten erscheint, die wertvolle Kunstwerke beherbergen,
damit deren Wirkung nicht beeinträchtigt werde.
Abgesehen aber von dem unglücklich ausgefallenen Gebäude
bleibt die Frage offen, ob den ehemals kaiserlichen Kunstsamm-
lungen die Vereinigung des Großteiles derselben unter einem Dache,
welche bei der Übersiedlung auf den Burgring erfolgte, zuträglich
oder abträglich war. Ich glaube, daß die Ansicht immer mehr die
Oberhand gewinnt, daß es besser wäre, wenn die einzelnen Gruppen
der Kunstwerke an verschiedenen Orten aufgestellt wären , und daß
dann ihr Reichtum und ihre Mannigfaltigkeit besser zur Geltung
käme als bei der jetzigen Unterbringung in einem Gebäude, welche
den Vergleich mit den reichhaltigeren Sammlungen des Louvre und
des Berliner Museumskomplexes herausfordert, wobei zu bemerken
ist, daß wie überall so auch in Paris und Berlin seit zehn bis fünf-
zehn Jahren eine Dezentralisierung der Sammlungen anstrebende
Tendenz sich fühlbar macht.
So viele erstklassige Bilder, so viele bemerkenswerte plastische
Werke das Hofmuseum auch heute birgt, das Schwergewicht des
vormals kaiserlichen Kunstbesitzes liegt nicht in diesen. Es gibt
anderswo noch reichhaltigere Sammlungen von Gemälden und
Statuen. Das Schwergewicht der Wiener Sammlungen liegt viel-
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tische Unzulänglichkeit dieses Prachtbaues sich fühlbar macht, die
überflüssige und oft geschmacklose Ausschmückung der Innenräume
aber nur zu bedauern ist, ohne den aufgestellten Sammlungen wirk-
lich Eintrag zu tun, da diese einen rein wissenschaftlichen, keinen
ästhetischen Wert haben, kommt beim Kunsthistorischen Museum
zur praktischen Unzulänglichkeit noch hinzu, daß die überladene
Innenausschmückung den Genuß der in diesem Gebäude verwahr-
ten Kunstwerke auf marktschreierische Weise stört und hindert.
Es liegt auf der Hand, daß die größte Einfachheit und Schlichtheit
in Räumen geboten erscheint, die wertvolle Kunstwerke beherbergen,
damit deren Wirkung nicht beeinträchtigt werde.
Abgesehen aber von dem unglücklich ausgefallenen Gebäude
bleibt die Frage offen, ob den ehemals kaiserlichen Kunstsamm-
lungen die Vereinigung des Großteiles derselben unter einem Dache,
welche bei der Übersiedlung auf den Burgring erfolgte, zuträglich
oder abträglich war. Ich glaube, daß die Ansicht immer mehr die
Oberhand gewinnt, daß es besser wäre, wenn die einzelnen Gruppen
der Kunstwerke an verschiedenen Orten aufgestellt wären , und daß
dann ihr Reichtum und ihre Mannigfaltigkeit besser zur Geltung
käme als bei der jetzigen Unterbringung in einem Gebäude, welche
den Vergleich mit den reichhaltigeren Sammlungen des Louvre und
des Berliner Museumskomplexes herausfordert, wobei zu bemerken
ist, daß wie überall so auch in Paris und Berlin seit zehn bis fünf-
zehn Jahren eine Dezentralisierung der Sammlungen anstrebende
Tendenz sich fühlbar macht.
So viele erstklassige Bilder, so viele bemerkenswerte plastische
Werke das Hofmuseum auch heute birgt, das Schwergewicht des
vormals kaiserlichen Kunstbesitzes liegt nicht in diesen. Es gibt
anderswo noch reichhaltigere Sammlungen von Gemälden und
Statuen. Das Schwergewicht der Wiener Sammlungen liegt viel-
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