und sich nicht wundersam genug äussern konnte, war die Empfin-
dung der Vergangenheit und Gegenwart in Eins”. Diesen so
knapp alles sagenden Satz bei Göthe zu finden, war mir
eine kleine Überraschung dieser langen Lesetage und Nächte.
Ich habe vor kurzer Zeit gegen allerlei alte Scharteken den
handlichen „Insel”=Göthe eingetauscht, und nun erbaue
ich mich an Vielem, das mir seit ungefähr einem Viertel-
jahrhundert und noch länger entschwunden ist. Eine solche
Unterbrechung im Berufszwang ist für mich gefährlich, alles
was sonst niedergehalten ist, hebt den Kopf, alte Liebe
erwacht - man sieht aber nicht die Zeit vor sich, um ernstlich
und ganz sich ihr widmen zu können, wie es bei kleinen,
so gar nicht universellen Kräften sein müsste. Da wird
man nur rebellisch und überdrüssig.
Wäre das werte Ehepaar R -r dafür, morgen Sonntag ge-
gen 3 h der A. F. Gasse, 17. einen Besuch zu machen? Mein Ge-
breste macht sich nicht bemerkbar und es ist - wie gesagt -
keine Fährlichkeit dabei. Meine Frau - auch sie hat an der
Einleitung zu den Beethovenhäusern teilgenommen - wollte
Sie heute telephonisch einladen, ich schreibe aber lieber selbst.
Wir hätten Sie gerne für abends gebeten, es geht aber dies-
mal nicht. Bitte, schreiben Sie mir eine Zeile, ob Sie kom-
men können und wollen. Herzliche Grüsse und Empfeh-
lungen von uns an Sie Beide
Ihr
-ik.
9. V 14
dung der Vergangenheit und Gegenwart in Eins”. Diesen so
knapp alles sagenden Satz bei Göthe zu finden, war mir
eine kleine Überraschung dieser langen Lesetage und Nächte.
Ich habe vor kurzer Zeit gegen allerlei alte Scharteken den
handlichen „Insel”=Göthe eingetauscht, und nun erbaue
ich mich an Vielem, das mir seit ungefähr einem Viertel-
jahrhundert und noch länger entschwunden ist. Eine solche
Unterbrechung im Berufszwang ist für mich gefährlich, alles
was sonst niedergehalten ist, hebt den Kopf, alte Liebe
erwacht - man sieht aber nicht die Zeit vor sich, um ernstlich
und ganz sich ihr widmen zu können, wie es bei kleinen,
so gar nicht universellen Kräften sein müsste. Da wird
man nur rebellisch und überdrüssig.
Wäre das werte Ehepaar R -r dafür, morgen Sonntag ge-
gen 3 h der A. F. Gasse, 17. einen Besuch zu machen? Mein Ge-
breste macht sich nicht bemerkbar und es ist - wie gesagt -
keine Fährlichkeit dabei. Meine Frau - auch sie hat an der
Einleitung zu den Beethovenhäusern teilgenommen - wollte
Sie heute telephonisch einladen, ich schreibe aber lieber selbst.
Wir hätten Sie gerne für abends gebeten, es geht aber dies-
mal nicht. Bitte, schreiben Sie mir eine Zeile, ob Sie kom-
men können und wollen. Herzliche Grüsse und Empfeh-
lungen von uns an Sie Beide
Ihr
-ik.
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