Lasker-Schüler, Else: Brief an Karl Kraus. o.O., 19.5.1917
daß Paul der Sohn von Alcibiades de Rouan ist;
und ich muß ihn doppelt, wies mir eben
möglich ist, halten. Ich kann nicht ertragen, daß
mein Paul nicht mit Ceremonie behandelt wird;
er ist eben vornehm denkend und stark und kein Äffchen.
Glauben Sie es mir, da Sie doch sonst ein Blut=
kenner sind.
Karl Kraus, ich glaube nämlich Sie haben etwas
gegen mich. Was? Haben Sie wirklich je meine
Gedichte gern gehabt. Aber warum denn kümmert
sich kein Mensch in dieser schweren Zeit um mich?
Meine Seele ist zerrissen, mein Körper (ich stehe im
Sternbild: Skelett) kaput! Ich arbeite von früh
bis spät. Schwabach im Krieg - die Leute, die mich
einladen, gemeine Heraufkömmlinge, die protzen mit
ihren Künstlern, die sie einladen aber nichts tun für
sie. Bilder verkaufe ich ab und zu, Theodor Däubler
versucht immer Leute zu interessieren. Lederstrumpf
der George Grocz ist lieb zu mir, auch Franz Jung und
die beiden Brüder Herzfeld. Karl Kraus soll ich in Wien