Löwe, Ferdinand: Brief an Gustav Huber. o.O., 10.3.1924
Ideals ist unsres Gebens höchster Zweck”-) wodurch sie
vielleicht sich u. eine reinliche Minderheit vor den Überfluten
durch die Schmutzwellen der „Konzert-Hochflut” einzig noch schützen
können. Ich werde unendlich glücklich sein, wenn es mir noch
einige Zeit vergönnt sein sollte, in ähnlichem Sinne zu wirken.
Daß ich dies dann in erster Linie der gütigen Fürsorge mehrerer
Vorstandsherren unseres lieben Konzertvereines für meine Gesundheit
zu danken habe, weiß Niemand höher u. dankerfüllteren Herzens
einzuschätzen, als ich. Leider konnte ich bisher von meinem lieben
Freunde Theodor nicht erfahren, wem Allen ich so tief verpflichtet
bin! - Auch sonst habe ich viel herzliche, für den Menschen
u. Künstler gleich auszeichnende Theilnahme erfahren. Es
scheint demnach meine Art der Kunstübung in den
letzten Jahrzehnten nicht eindruckslos geblieben zu sein.
Und darum glaube ich, daß ich mir das von Ihnen so innig
Gewünschte: „Wohlgefühl u. Lebensfreude” (trotz meiner
geringen Anlage für die letztere) bei anhaltendem Wohl=
befinden erringen werde. Tausend Dank nochmals für Ihre
lieben Zeilen u. möge es mir vergönnt sein, Ihnen mit
der „Siebenten” die erhoffte Freude zu bereiten!
Meine Frau grüsst schönstens u. ich bin, verehrtester
Herr Ministerialrat, stets
Ihr herzlichst ergebener
Ferdinand Löwe