Loos, Lina: Brief an Gustav Grotte. o.O., 11.3.1918
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Und dann bedenken sie, dass sie nicht so
tief untertauchen kann, sich nicht so mit
Leib und Seele hingeben kann, wie ich,
sie bekommt leicht Ekel”
Da sprang Fr. Fr. auf und sagte „Ja
ja den Ekel fürchte ich, dass ist das
richtige Wort” Da sah mich Carl an
und sagte: „Sie sprechen gegen mich,
was haben sie Frau Loos?” Ich sagte:
„Ich sage, was ich sagen muss”
Dann gingen wir fort, ich zu ihrer
Schwester. Mein Eindruck war - - -
Zwischen Fr. Fr. und mir ertönte ein
ein reiner neuer Akord,
zwischen Carl und mir ist eine Seite
gesprungen.
Bei ihrer Schwester war Egon, Herr Jonasz
und ein Freund von ihm
aus der Schweiz ein Hauptmann (der
mir einen direct bösen Eindruck machte)
ein Frl. Herzl, Keller und ich. Ich habe
natürlich nichts vorgelesen, aber ich habe
ihrer Schwester die Sachen dort gelassen.