Lucka, Emil: Brief an Franz Servaes. Jochberg, 4.9.1925
mich eben immer mehr zum Einsiedler und Bar-Feind.
Ich habe mehr als einmal – mit bitterem
Neid an Dich gedacht! Nämlich weil Du für die
Sammlung des Verlages König ein Buch über Rembrandt
schreiben darf, ich aber durch meine eigene Torheit
bewogen die spanische Inquisition erwählt habe, die
wohl das Unangenehmste ist, was es auf dieser Erde
gegeben hat und mir außerdem als ein halb historisches
halb juristisches Thema fern liegt. Ich hätte es zehn Mal
fortgeworfen, aber weil ich aus Spanien eine Anzahl Photos
nach alten Kupfern mitgebracht hatte, die ziemlich viel Geld
gekostet haben, musste ich also den ganzen schönen
Sommer mit Kerkern, Verhören und Scheiterhaufen zubringen,
hoffe im Oktober damit fertig zu werden. Dann will ich
meine spanischen Notizen zu einem größeren Ganzen
ausarbeiten, es wird wohl ein Buch werden.
Auf Deinen Rembrandt freue ich mich ganz
besonders, ist meine große scheue Liebe, ich sende Dir
einen Aufsatz, der im Oktober in „Zeitschrift für Menschen=
kunde“ erscheint und der Dich, da Du beim Gegenstand
bist, hoffentlich interessieren wird. Ich habe den Traum,
im Frühjahr nach Holland zu fahren, dem Meer, den
Tulpenfeldern und Rembrandt zuliebe.
Ich habe Dir wohl schon geschrieben, dass im