Lucka, Emil: Brief an Franz Servaes. Wien, 26.10.1934
im Gefängnis büßt. Er wollte nämlich mit einem
kühnen Handstreich einen Freund, der ein paar
Bomben geworfen hatte, aus den Händen
der Justiz befreien und wurde bei dieser
Tat, unerfahren in solchen Dingen, von der
Polizei gefasst.
Der Vater ist weiter Universitäts-Pro=
fessor, es scheint, dass er resigniert schweigt. Sie
alle habe ich seit Jahren nicht gesehen noch
Direktes von ihnen gehört. -
Ich sitze in meinem Zimmer
und warte aufgeregt, ob mir die Post meine
Notizen und sonstigen Sachen bringen wird. Sie
liegen jetzt bei der Münchner Polizei, der ehrliche
Dieb (oder Finder?) hat sie (soweit er meine
Sachen nicht brauchen konnte) gegen 100 Mk abge=
liefert. Ich habe in diesen 4 Wochen Qualen ausgestanden,
die noch immer nicht zu Ende sind, weil doch
die Ungewissheit das Schlimmste ist. Aber immerhin
darf ich auf die Wiedergabe hoffen.-
Es ist hier nicht schön, es geht uns allen nicht
sehr gut, Felix kündigt in Palermo, weil er von dem
Gehalt nicht leben kann, und hat doch nichts anderes,