[andere Hand:] 130
Wien, 18. Dezember 1934
Lieber Freund!
Ich habe gestern Deinen Brief
bekommen, danke Dir herzlich dafür - wie wohl tut
einem doch so ein Brief! - und will ihn gleich
beantworten. Wir haben vor kurzem viel von Dir
gesprochen - ich glaube, in solchem Fall sollen dem
Opfer die Ohren klingen? - aber nur Gutes, nämlich
mit Dagny und ihrem Mann, die endlich
einmal bei uns waren. Wir hofften eigentlich
alle, Dich zu Weihnachten hier zu sehen, und nun
sollen ja auch die Schwierigkeiten etwas gelockert sein?
Ich hegte freilich Zweifel, denn ich weiß, dass Dir das
letzte Mal manches nicht behagt hat (die Freundinnen
sind älter geworden, worüber Dagny lachte, u. s. w).
Aber Du stellst Deinen Besuch ja für den Frühling
in Aussicht, bitte mache es wahr! D. hat ja
jetzt eine bequeme Stadtwohnung, und im Sommer
ist doch Weidlingau herrlich. Wir sahen sie zwei Mal
im Raimundtheater, besonders in Schneider Wippl
- Verballhornung eines älteren rheinischen Stückes
Schneider Wibbel - ist sie herrlich, voll Kraft
und Saft. Nun wird sie in der „Komödie“ spielen,
weiß Gott, wie dieses Stück ist?
Wien, 18. Dezember 1934
Lieber Freund!
Ich habe gestern Deinen Brief
bekommen, danke Dir herzlich dafür - wie wohl tut
einem doch so ein Brief! - und will ihn gleich
beantworten. Wir haben vor kurzem viel von Dir
gesprochen - ich glaube, in solchem Fall sollen dem
Opfer die Ohren klingen? - aber nur Gutes, nämlich
mit Dagny und ihrem Mann, die endlich
einmal bei uns waren. Wir hofften eigentlich
alle, Dich zu Weihnachten hier zu sehen, und nun
sollen ja auch die Schwierigkeiten etwas gelockert sein?
Ich hegte freilich Zweifel, denn ich weiß, dass Dir das
letzte Mal manches nicht behagt hat (die Freundinnen
sind älter geworden, worüber Dagny lachte, u. s. w).
Aber Du stellst Deinen Besuch ja für den Frühling
in Aussicht, bitte mache es wahr! D. hat ja
jetzt eine bequeme Stadtwohnung, und im Sommer
ist doch Weidlingau herrlich. Wir sahen sie zwei Mal
im Raimundtheater, besonders in Schneider Wippl
- Verballhornung eines älteren rheinischen Stückes
Schneider Wibbel - ist sie herrlich, voll Kraft
und Saft. Nun wird sie in der „Komödie“ spielen,
weiß Gott, wie dieses Stück ist?