Lux, Joseph August: Brief an Max von Millenkovich-Morold. Großgmain, 3.3.1918
dichterische Symbole, die ins Allmenschliche streben,
immer im Volkstümlichen als dem gesunden Nährboden
wurzelhaft sein müssen. Diese Einsicht, die latent
bei allen vorhanden ist, gibt grosse zuversichtliche
Kraft. Der Boden ist gut vorbereitet für unsere
Aufführung des „Fensters”, das ja dieser Voraussetzung
entspricht und zugleich die moderne Forderung
nach ideellen Inhalten erfüllt. Ich war eben
einige Tage in München und habe wieder erlebt,
wie stark diese Strömung geworden ist, die ihre
Erfüllung begehrt. Auch WIen, gerade nach der
Arbeiterzeitung zu urteilen, ist auf diese Erwartung
eingestellt. Nun lese ich allerdings, dass
anfangs Mai Halbes „Schloss Zeitvorbei” angesetzt
ist, obgleich diese Zeit dem „Fenster" vorbehalten
wurde. Das gibt der Vermutung Raum,
dass das „Fenster” vorher anberaumt wird, also
schon im April. Das wäre mir nämlich auch
sehr lieb, und würde in Zusammenhang mit obigen