Lux, Joseph August: Brief an Maia von Kralik. o.O., 20.9.1934
ohne dabei in Erscheinung treten zu müssen, so tue
ich es gern, seien Sie dessen versichert, zumal ich damit
auch dem einen oder andern unbekannten Dritten
einen Dienst erweise, den ich Ihnen gelegentlich
vielleicht als Dichter vorstellen kann, wobei ich
wieder garantiere, dass es kein Unwürdiger sein wird.
Seien Sie meiner immerwährenden
Freundschaft gewiss, die sich sehr oft bei Gelegenheiten
spontan äussert und bewährt, von denen Sie nichts
wissen können, weil keine Kunde davon zu Ihnen dringt. Ich
war und bleibe immer, auch in der Ferne, der Herold
des Kralikschen Genius, und das ist doch wesentlicher
als alle Gastrollen, um derentwillen ich schon so viele
Anfeindungen gerade von jenen hinnehmen musste,
die jetzt so übereifrig sind, und es gewiss viel
besser machen als ich.
Seien Sie überzeugt, dass mir jede Empfindlichkeit
oder gar Gekränktheit fern liegt, schon deshalb,
weil ich so furchtbar viel zu tun habe und aus lauter
Freude über so viel Schönes, das zu leisten ist, gar
nicht dazu komme, auf andere etwa scheelsüchtig
hinzusehen, die vielleicht zu wenig wissen, wie sehr
schöne Arbeit glücklich, froh und neidlos macht.
Nochmals: in alter Freundschaft Ihr
Lux