Lux, Joseph August: Brief an Maia von Kralik. o.O., 1.3.1932
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er trotz dringendster Einladungen doch nicht in die Sitzungen gekommen
wäre, weil dieses Kommen doch ganz gegen seine Gepflogenheit ist.
Es würde aber auch nicht viel genützt haben, wenngleich die Sache oft
hinterher anders aussieht, wenns zu spät. Es gibt nunmehr nichts an-
deres, als über das Gewesene einen Schlusstrich machen, weitergehen
und nicht umschauen.
Mit dem Hause Kralik jedoch möchte ich nach wie vor in freund-
schaftlicher Verbindung bleiben. Auch mit den Dichterabenden, die meiner
persönlichen Initiative entsprungen sind und bei Ihnen einen treuen
Sachwalter gefunden haben. Da mir wohl der grösste Teil der anonymen
Verbandsmitglieder anhängt und viele junge Autoren bei mir Rat und
Förderung suchen, so wäre es mir lieb, diese Patronanz mit Ihnen gemein-
sam fortsetzen zu können, u.zw. auf die bisherige Weise im Wege der
Dichterabende im Hause Kralik. Wir tun auf diese Weise für die Litera-
tur mehr als mit aller bureaukratischen Vereinsmeierei. Wenn Sie beide
damit einverstanden sind, dann werde ich Ihnen mein Programm entwickeln
Mit verehrungsvollen Grüssen von uns beiden an Sie beide
Ihr getreuer
Lux.