Lux, Joseph August: Brief an Max von Millenkovich-Morold. Großgmain, 28.1.1918
Gross Gmain bei Salzburg
am 28/1 18 -
Lieber und verehrtester Herr Hofrat!
Heimgekommen ist es mein Erstes, Ihnen für alles
zu danken, auch für den Theaterbesuch, mir in vieler
Hinsicht genussreich und lehrreich. Leider habe ich
Direktor Weingartner in der Loge nicht angetroffen,
darum war schade; ich hätte ihm manches zu sagen
gehabt, das ihn gewiss höchst interessiert hätte. Vielleicht
findet sich das nächste Mal Gelegenheit dazu.
Die Besetzung der Rolle „Gemeine Wirklichkeit” durch
Frau Senders hat mich sehr gefreut; ich verspreche mir
viel davon; sie hat einen Ton, der dem Hörer durch Mark
und Bein geht; dazu ist im „Fenster” reichlich Gelegenheit.
Herrn Romberg habe ich gesehen; er ist zweifellos ein
guter Schauspieler; die Rolle des Ernst verlangt allerdings
eine Persönlichkeit, als das dürfte sich Herr Romberg wohl
erweisen, wie ich hoffe; nichtsdestoweniger bitte ich zu erwägen,
ob nicht Herr Tressler noch mehr in Betracht käme.
Frl. Medelsky als Resi wird grossartig sein, wenn sie das Volkskind