der dortigen „demokratischen” Presse zugezogen habe, wie es ähnlich auch
in Braunschweig der Fall war, als dieser Marsch bei der Festvorstellung
zu Ehren des dabei anwesenden Herrn Reichspräsidenten v. Hindenburg ebenfalls
das Publikum zum begeisterten Mitsingen des Deutschlandliedes veranlasste.
- Ich lese eben im „Völkischen” Deinen Artikel vom Wiener
Kampfbundorchester und biete hiemit diesem meinen neubearbeiteten
„Deutschen feierlichen Marsch” zur Erstaufführung an. Die Neubearbeitung
bezieht sich insbesondere auf die Kontrapunktische aber deutlich erkenn-
-bare Hereinnahme des Horst Wessel-Liedes in das polyphone Gefüge des
symphonisch gestalteten Werkes, das meines Erachtens jeder größeren
Veranstaltung im heutigen Deutschland, der ein großes Orchester zur
Verfügung steht, den feierlichen Auftakt oder Ausklang zu verleihen
geeignet wäre. Wenn das Orchester und Herr College Reichwein den
Willen zu einem solchen Werk haben sollten, so denke ich auch gar
nicht daran, es selbst dirigieren zu wollen. Ich würde die erst herzustel-
lenden Stimmen selbst durchsehen, um Copistenfehler auszuschließen,
unter Umständen auch das Material kostenlos für ein-mal zur Verfügung
stellen, wenn eben dieser Wille vorhanden wäre. Und das ist meine
Freundesbitte an Dich, eine offene Entscheidung dieser meiner Frage
nach dem „Willen” zu einem solchen Werk herbeizuführen. Herrn Reich-
wein persönlich werde ich dann auf Wunsch auch die Manuskript-
Partitur zum endgültigen Entschluss, allerdings nur für ganz kurze Zeit,
übersenden. Das Stück ist für Dirigent u. Orchester gewiss so „dankbar”,
wie etwa das Dir bekannte Adria-Finale.
Sollte R. nicht in Wien sein, so darf ich Dich wohl bitten,
die Vermittlung mit ihm in dieser Sache zu übernehmen, er ist
Dir sicher verbundener, als mir, der ich nie mit ihm irgendwas
zu tun hatte. Mag er dann „nein” sagen, direkt oder auf Umweg,
Du aber wirst nicht nein sagen Deinem
Dich und Deine verehrte Gattin herzlichst grüßenden
Franz Mikorey.
in Braunschweig der Fall war, als dieser Marsch bei der Festvorstellung
zu Ehren des dabei anwesenden Herrn Reichspräsidenten v. Hindenburg ebenfalls
das Publikum zum begeisterten Mitsingen des Deutschlandliedes veranlasste.
- Ich lese eben im „Völkischen” Deinen Artikel vom Wiener
Kampfbundorchester und biete hiemit diesem meinen neubearbeiteten
„Deutschen feierlichen Marsch” zur Erstaufführung an. Die Neubearbeitung
bezieht sich insbesondere auf die Kontrapunktische aber deutlich erkenn-
-bare Hereinnahme des Horst Wessel-Liedes in das polyphone Gefüge des
symphonisch gestalteten Werkes, das meines Erachtens jeder größeren
Veranstaltung im heutigen Deutschland, der ein großes Orchester zur
Verfügung steht, den feierlichen Auftakt oder Ausklang zu verleihen
geeignet wäre. Wenn das Orchester und Herr College Reichwein den
Willen zu einem solchen Werk haben sollten, so denke ich auch gar
nicht daran, es selbst dirigieren zu wollen. Ich würde die erst herzustel-
lenden Stimmen selbst durchsehen, um Copistenfehler auszuschließen,
unter Umständen auch das Material kostenlos für ein-mal zur Verfügung
stellen, wenn eben dieser Wille vorhanden wäre. Und das ist meine
Freundesbitte an Dich, eine offene Entscheidung dieser meiner Frage
nach dem „Willen” zu einem solchen Werk herbeizuführen. Herrn Reich-
wein persönlich werde ich dann auf Wunsch auch die Manuskript-
Partitur zum endgültigen Entschluss, allerdings nur für ganz kurze Zeit,
übersenden. Das Stück ist für Dirigent u. Orchester gewiss so „dankbar”,
wie etwa das Dir bekannte Adria-Finale.
Sollte R. nicht in Wien sein, so darf ich Dich wohl bitten,
die Vermittlung mit ihm in dieser Sache zu übernehmen, er ist
Dir sicher verbundener, als mir, der ich nie mit ihm irgendwas
zu tun hatte. Mag er dann „nein” sagen, direkt oder auf Umweg,
Du aber wirst nicht nein sagen Deinem
Dich und Deine verehrte Gattin herzlichst grüßenden
Franz Mikorey.