Millenkovich-Morold, Max von: Brief an Josef Reiter. Wien, 21.4.1931
Wien 21. April 1931.
Teurer Sepp!
Mit Sperl konnte ich noch nicht sprechen.
Sein Stellvertreter Jordan aber hat mir ge=
sagt, dass die Beratung am 13. zu dem ein=
mütigen Beschlusse führte, von einer dritten
Aufführung im Frühjahr (als der ungünstig=
sten Jahreszeit) abzusehen und sie erst für
den Herbst in Aussicht zu nehmen. Durch die
Einbeziehung in die Festwochen wäre die Sache
keineswegs auf eine sichere Grundlage gestellt;
denn die Festwochen sind nur der Rahmen für
verschiedene selbständige Unternehmungen, die
nur ganz ausnahmsweise von der Verkehrs=
werbung im voraus unterstützt werden. In=
wieweit dies richtig ist, vermag ich nicht nach=
zuprüfen, da mir der Festwochen=Betrieb
fremd ist. Dass aber auch die Festwochen oder
solche Unternehmungen, die damit verknüpft
sind, in der Regel schief gehen, ist mir aller=
dings bekannt. Und jedenfalls ist der W.
M.G.V. nicht dazu geeignet, erfolgreiche
Verhandlungen mit der Verkehrswerbung
zu führen. Dass Mai-Juni für Konzerte
keine günstige Jahreszeit sind, muss wohl
unwidersprochen bleiben - und es wäre
geradezu schrecklich, wenn die Ungeschicklich=