Much, Rudolf: Brief an Joseph Pommer. Wien, 26.12.1916
und Steinbach ist wirklich erstaunlich und
ihn Geschichten erzählen hören ein wahrer
Genuss.
Vom Tod Ihres Willi habe
ich in Litzlberg erfahren, wenn auch
wohl verspätet. Ich war auf dem Wege
Sie aufzusuchen, um Sie meines herz-
lichsten Beileides zu versichern, als ich
- in See - erfuhr, dass Sie schon
abgereist seien. Wohin man blickt,
sieht man Leid und Trauer. Einem
Vetter meiner Frau ist schon der dritte
Sohn gefallen. Ihr Bruder und die
drei Söhne und der Schwiegersohn
meiner Schwester sind gottlob alle noch
heil, sie selbst aber schwer, ich fürchte
hoffnungslos, erkrankt und ich fahre
deshalb morgen nach Stralsund, um
sie noch zu sehen. Möge das kom-
mende Jahr Ihnen und uns Allen
freundicher sein als das vergangene.
Mit herzlichsten Grüßen
Ihr
Rud. Much