Natter, Ottilie: Brief an Maia und Richard von Kralik. Gmunden, 10.1.1914
wohl nur unbescheiden von mir
wäre darüber Worte zu verlie=
ren. Nur meine Freude will
ich Ihnen zurufen, mich jetzt
endlich in jene dichterische Sa=
genwelt versetzen zu können,
die Sie so prächtig neu beleb=
ten.
Wie gerne möchte ich auch
sagen, ich freue mich Sie bal=
digst wiederzusehen; aber
meine Sehnsucht nach Wien
muß ich unterdrücken. Mein
Arzt fürchtet die böse Influen=
za für mich in den Wintermo=
naten. Gerne hätte ich mir
auch die Freiheit genommen
Sie mit einem Freunde, der
seit kurzem dort lebt, be=
kannt zu machen. Ich erlau-
be mir jedoch Ihnen ein Werk
von ihm einzusenden, dessen
aufrührerischer Titel jedoch