Gmunden, Sonntag 27/6 1915
Verehrte, liebe Frau!
Es ist schon lange her seitdem ich
Ihren lieben Brief mit günstigen Nachrich=
ten erhalten habe. Inzwischen beglück=
ten uns Siege, teuer erkaufte Siege,
aber immer noch will uns der ersehnte
Frieden nicht winken. Was haben die
Mütter und Väter in ihrer steten Sorge
um ihre tapfern Söhne zu leiden. Ihr
Sohn Dietrich dürfte den Siegeszug bis
über Lemberg hinaus mitgemacht ha=
ben. Ihr Sohn Roderich leider auch schon
im Felde gegen Italien stehen. Im=
mer zwischen Hangen und Bangen le-
ben zu müssen ist schwer, vielleicht
fast so schwer als das Kriegsleben
unserer Helden. Ich nehme innig mit
einigen meiner nächsten Freunde
teil daran und bin selbst hart durch
den Heldentod eines jungen Mannes,
Verehrte, liebe Frau!
Es ist schon lange her seitdem ich
Ihren lieben Brief mit günstigen Nachrich=
ten erhalten habe. Inzwischen beglück=
ten uns Siege, teuer erkaufte Siege,
aber immer noch will uns der ersehnte
Frieden nicht winken. Was haben die
Mütter und Väter in ihrer steten Sorge
um ihre tapfern Söhne zu leiden. Ihr
Sohn Dietrich dürfte den Siegeszug bis
über Lemberg hinaus mitgemacht ha=
ben. Ihr Sohn Roderich leider auch schon
im Felde gegen Italien stehen. Im=
mer zwischen Hangen und Bangen le-
ben zu müssen ist schwer, vielleicht
fast so schwer als das Kriegsleben
unserer Helden. Ich nehme innig mit
einigen meiner nächsten Freunde
teil daran und bin selbst hart durch
den Heldentod eines jungen Mannes,