Noder, Anton Alfred: Brief an Franz Karl Ginzkey. München, 7.9.1931
chen und große Sorge über uns selbst gekommen wäre. Nehmen Sie
meinen herzlichen Dank für die genußreichen Stunden, die mir
Ihre Bücher bereitet, solange ich sie kenne und meine freudige
Hoffnung, Ihnen noch viele verdanken zu dürfen. Nehmen Sie vor
allem den herzlichsten Wunsch für Ihre Gesundheit, denn ohne sie ist
das Reisen des Geistes ein recht unvollkommenes Glück. Der
Imperativ an der Spitze meines Briefes gibt Gewähr, jung zu
bleiben, aber freilich das „ewig junge" Herz darf keine zu starke
Arteriosklerose haben. Nun Ihnen braucht man derlei nicht zu sagen.
Sie sind noch jung, unverknöchert, unverbittert, appollinische
Heiterkeit weht neben Ernst und Mitleid um Ihre Stirn - und so er-
halte Sie Gott uns noch lange Jahre!
Mit herzlichen Grüßen
Ihr A. De Nora.