Oberaudorf (Obb.) den 4. Nov. 21
Verehrtes Fräulein Necker,
vor allem: wie geht es
Ihnen? Ich habe Ihnen noch für eine Postkarte zu dan-
ken, auf die eigentlich nichts zu antworten war, und
die hier ankam, während Mieze 2½ Wochen bei uns war.
Sie ist Euch immer treu gesinnt, ist aber so angehängt, dass
sie zum Schreiben nicht kommt. Sie steht doch sehr im Kam-
pfe, hat seit Jahren Unterricht gegeben, seit Jahr und
Tag Paukkurse, dabei seit beinah 4 Jahren an einer weit-
schichtigen Doktorarbeit geschafft, zu der sie den Stoff erst aus
den Akten herausklauben und noch jetzt, nachdem sie
die Arbeit längst fertig hat, Tafeln vervielfaltigen musste.
Es sind eigentlich 2 Arbeiten. Seit Herbst ist sie Assisten-
tin am volkswirtschaftlichen Seminar in Heidelberg
bei Professor Alfred Weber. Sie lässt Euch beide herzlich grüssen.
Wie sind Sie denn mit Hans Hoffmanns Erben einig
geworden?
Heut schreibt mir Dr. Anton Dörrer, Universitätsbiblio-
thekar in Innsbruck, Stainerstrasse 2., ich möchte Sie fragen,
,ob Sie noch Material zu M. Neckers Buche: Gilms Fa-
milien- und Freundesbriefe besitzen, da er diesfalls leihweise
darum bitten würde. Er habe nämlich über Gilm eine grössere
Arbeit unter der Feder. Da wären ihm die Nachträge, Brief-
schaften und Kritiken zu diesem Buch, sowie das Material zu dem
geplanten zweiten (Gilms Liebesbriefe) eine grosse Stütze.
Das Material von Wackernell besitze er, das von L. von
Hörmann sei ihm zugänglich. Es fehle also vor allem noch
Neckers'. Ich stelle Ihnen anheim, sich mit Dr. D. unmittel-
Verehrtes Fräulein Necker,
vor allem: wie geht es
Ihnen? Ich habe Ihnen noch für eine Postkarte zu dan-
ken, auf die eigentlich nichts zu antworten war, und
die hier ankam, während Mieze 2½ Wochen bei uns war.
Sie ist Euch immer treu gesinnt, ist aber so angehängt, dass
sie zum Schreiben nicht kommt. Sie steht doch sehr im Kam-
pfe, hat seit Jahren Unterricht gegeben, seit Jahr und
Tag Paukkurse, dabei seit beinah 4 Jahren an einer weit-
schichtigen Doktorarbeit geschafft, zu der sie den Stoff erst aus
den Akten herausklauben und noch jetzt, nachdem sie
die Arbeit längst fertig hat, Tafeln vervielfaltigen musste.
Es sind eigentlich 2 Arbeiten. Seit Herbst ist sie Assisten-
tin am volkswirtschaftlichen Seminar in Heidelberg
bei Professor Alfred Weber. Sie lässt Euch beide herzlich grüssen.
Wie sind Sie denn mit Hans Hoffmanns Erben einig
geworden?
Heut schreibt mir Dr. Anton Dörrer, Universitätsbiblio-
thekar in Innsbruck, Stainerstrasse 2., ich möchte Sie fragen,
,ob Sie noch Material zu M. Neckers Buche: Gilms Fa-
milien- und Freundesbriefe besitzen, da er diesfalls leihweise
darum bitten würde. Er habe nämlich über Gilm eine grössere
Arbeit unter der Feder. Da wären ihm die Nachträge, Brief-
schaften und Kritiken zu diesem Buch, sowie das Material zu dem
geplanten zweiten (Gilms Liebesbriefe) eine grosse Stütze.
Das Material von Wackernell besitze er, das von L. von
Hörmann sei ihm zugänglich. Es fehle also vor allem noch
Neckers'. Ich stelle Ihnen anheim, sich mit Dr. D. unmittel-