bar wegen seines Wunsches in Verbindung zu setzen.
Ich glaube, mit um an Ort und Stelle Forschungen über
Gilm anzustellen, war Ihr Vater in den letzten Wochen sei-
nes Lebens in Innsbruck. Meinen Sie, es würde in seinem Sinne
sein, wenn Sie den von ihm gesammelten Stoff einem andern zur
Verwertung überliessen? Ich glaube: grundsätzlich ja; doch muss
es Ihnen natürlich durchaus überlassen bleiben, ob und wie
weit Sie Herrn Dr. Dörrers Bitte erfüllen wollen. Es fragt
sich, ob Sie jemand andern wissen, der die Arbeiten weiter-
führen könnte. Ich jedenfalls nicht; mir liegt der Stoff zu
ferne. Dr. Dörrer dagegen arbeitet in Tiroler Literaturge-
geschichte als Sonderfach (er ist Tiroler) und hat, wie Sie zum-
teil auch aus seinen Mitteilungen ersehn, in Innsbruck
wohl mehr und bessere Möglichkeiten, auf diesem Gebiete
zu arbeiten, als an irgendeinem andern Orte. Also
entscheiden Sie.
Mir ist immer noch jede literarische Arbeit unmöglich, da ich
von meinen Büchern abgeschnitten bin. Sie stehen mit allen meinen
Sammlungen, Briefen, Urkunden, Bildern, Zeitungsausschnit[ten]
in Kisten aufgestapelt auf dem Speicher, und ich habe keine
Aussicht aus diesem Elend herauszukommen. Wenn man einem
Handwerker sein Arbeitszeug wegpackte und ihm keinen Platz
gäbe, es aufzustellen, was gäbs für ein Geschrei! Aber die
geistigen Berufe sind im neuen Deutschland vogelfrei!
Ich weiss nicht, ob ich Sie mir in Wien oder in Piesting
denken soll. Meine Frau kommt jedenfalls um Weihnachten
nach Wien. Ich werde gleichzeitig nach Heidelberg zu Mieze
gehn. Wir alle grüssen Sie beide aufs herzlichste!
Alles Gute!
Ihr
alter
Wolfgang Quincke.
Ich glaube, mit um an Ort und Stelle Forschungen über
Gilm anzustellen, war Ihr Vater in den letzten Wochen sei-
nes Lebens in Innsbruck. Meinen Sie, es würde in seinem Sinne
sein, wenn Sie den von ihm gesammelten Stoff einem andern zur
Verwertung überliessen? Ich glaube: grundsätzlich ja; doch muss
es Ihnen natürlich durchaus überlassen bleiben, ob und wie
weit Sie Herrn Dr. Dörrers Bitte erfüllen wollen. Es fragt
sich, ob Sie jemand andern wissen, der die Arbeiten weiter-
führen könnte. Ich jedenfalls nicht; mir liegt der Stoff zu
ferne. Dr. Dörrer dagegen arbeitet in Tiroler Literaturge-
geschichte als Sonderfach (er ist Tiroler) und hat, wie Sie zum-
teil auch aus seinen Mitteilungen ersehn, in Innsbruck
wohl mehr und bessere Möglichkeiten, auf diesem Gebiete
zu arbeiten, als an irgendeinem andern Orte. Also
entscheiden Sie.
Mir ist immer noch jede literarische Arbeit unmöglich, da ich
von meinen Büchern abgeschnitten bin. Sie stehen mit allen meinen
Sammlungen, Briefen, Urkunden, Bildern, Zeitungsausschnit[ten]
in Kisten aufgestapelt auf dem Speicher, und ich habe keine
Aussicht aus diesem Elend herauszukommen. Wenn man einem
Handwerker sein Arbeitszeug wegpackte und ihm keinen Platz
gäbe, es aufzustellen, was gäbs für ein Geschrei! Aber die
geistigen Berufe sind im neuen Deutschland vogelfrei!
Ich weiss nicht, ob ich Sie mir in Wien oder in Piesting
denken soll. Meine Frau kommt jedenfalls um Weihnachten
nach Wien. Ich werde gleichzeitig nach Heidelberg zu Mieze
gehn. Wir alle grüssen Sie beide aufs herzlichste!
Alles Gute!
Ihr
alter
Wolfgang Quincke.