Reiter, Josef: Brief an Max von Millenkovich-Morold. Wien, 28.1.1920
reichliche Regiebemerkungen einfügen,
damit sie, wenn einmal der Judengeist
aus unseren Theatern ausgetrieben sein
wird, zum rechten Leben erweckt wer=
den können. Ich werde das freilich
nicht mehr erleben.
Die Aufführung meiner Weih=
nachtsmesse hat mir die eine tröstliche
Gewißheit gebracht, daß mein Werk auch
nach meinem Tode weiterleben wird -
jetzt können mich auch meine Feinde
nicht mehr hinunterkriegen.
Ist Dein Aufsatz in der
„Deutschen Zeitung” schon erschienen?
Ich habe ihn bis heute nicht zugeschickt be=
kommen. Könntest Du ihn mir schicken?
Wegen des Klavieres bitte
ich Dich Hrn. Czapka zu sagen, daß er es
nächste Woche abholen lassen möge.