Reicke, Emil: Brief an Hans Ankwicz-Kleehoven. Berlin, 11.3.1917
ärztl. Univ.-Institut in Behandlung stehe,
aber hier in der K. W. A., einem militär=
ärztlichen Bildungsinstitut, sehr bequem wohne.
Die Verpflegung ist ganz reichlich, ich bin aber
doch recht abgemagert, das soll die anfangs nur
flüssige, jetzt wenigstens weiche Kost machen,
das mangelnde Kauen. Die Ärzte versprechen
gute Heilung, eine kleine Knochenplastik wird
aber wohl noch nötig sein. Unter allen Um=
ständen werde ich in Monaten nicht aus der
Garnison heraus können.
Mit mir gleichzeitig liegt mein Junge
im Lazarett, der schon am 5. Okt 16 durch ein
Minenwerfergeschoß am r. Oberschenkel schwer
verwundet wurde. Jetzt kann er aber schon
an Stöcken gehen, das Bein soll wieder fast