Sauer, Hedda: Brief an Reinhold Backmann. Prag, 26.11.1926
, der nicht nur gefühlsmässig, sondern auch
und vorwiegend sachlich redet, ihn dazu veranlasst.
Dies wiederum wäre am Besten Geheimrat Burdach
in Berlin; er ist mir als praktisch und energisch
bekannt und hat meinen Mann sehr geschätzt - viel-
leicht schliesst er seinen Namen und den von Anderen
(die Bemühung um die Einzelnen würde ich gern
übernehmen, Nadler würde sich natürlich nicht aus-
schliessen) der Vorstellung an den Bürgermeister
schriflich an. - Ich wollte ihm schreiben, aber Dr.
Stefansky, dem er sehr wolgesinnt ist und der in
Berlin viel in seinem Haus war, will es selbst tun,
sofort nach Erledigung einer ihn jetzt ganz in An-
spruch nehmenden Sache, in 14 Tagen, nach dem 9. Dez. -
Sollten Sie, sehr geehrter Herr Studienrat, meinen, dass
diesem Brief an Burdach auch eine Orientierung
über die in Ihrem letzten Brief berührten Verhält-
nisse (die eventuelle Klage etc.) beigefügt sein solle,
so würde ich Sie bitten, eine solche in kurzen Worten
zu verfassen und mir vor dem 9. Dez. zu schicken.
Die Neue Freie könnte dann in der Form eines
Berichts (wenn die Unterredung zustande kommt)
behilflich sein; ich würde natürlich rechtzeitig an
Dr. Kisch schreiben. - Gelingt dieser Plan nicht,
so versuche ich etwas anderes; Dr. Stefansky äusserte
gestern auch die Idee, Amerika um Unterstützung
anzugehen, als ich mit ihm die Sache besprach; - Ihnen,
sehr geehrter Herr Studienrat, lässt er sagen, dass er
etwas im Sinn der Ausgabe vielleicht unter den „Nach-
richten“ im Euphorion bringen könnte? -
Ich bitte, sehr geehrter Herr Studienrat, alles was ich
schreibe, als vertraulich zu behandeln - d. h. ich weiss,
dass ich darum nicht erst bitten muss. Wie steht
es nun mit Ihrem Hierherkommen?
Verbindlichste Grüsse Ihnen Beiden, Ihre ergebene
Hedda Sauer.