Berlin W. 50, 15. 11. 19.
Verehrter lieber Herr Doctor!
Gestern erst erreichte uns Ihre
Kundgebung, daher dieses anschei-
nend späte Echo. Mit aufrich-
tigstem Bedauern las ich, daß
die Entschlafene erst ein länge-
res Leiden zu erdulden hatte,
bevor der Wohltäter Tod sie und
Sie erlöste. Jemand leiden zu
sehn, mit dem man durch lan-
ge Jahre zusammengekettet ge-
wesen, ohne helfen zu können,
muß unbeschreiblich peinvoll
u. niederdrückend sein. Sie
werden nach der ersten Erregung,
die ich so durchaus verstehen
kann,
[seitlich links, Fortsetzung von der Randnotiz auf S. 2:]
de ich in dieser Zeit mit meinen Gedanken
bei Ihnen sein. Wie wird sich Ihr Leben nun weiter gestalten?
Mit innigster Teilnahme wird es stets verfolgen Ihre M. Schmidt-Köh[ne]
Verehrter lieber Herr Doctor!
Gestern erst erreichte uns Ihre
Kundgebung, daher dieses anschei-
nend späte Echo. Mit aufrich-
tigstem Bedauern las ich, daß
die Entschlafene erst ein länge-
res Leiden zu erdulden hatte,
bevor der Wohltäter Tod sie und
Sie erlöste. Jemand leiden zu
sehn, mit dem man durch lan-
ge Jahre zusammengekettet ge-
wesen, ohne helfen zu können,
muß unbeschreiblich peinvoll
u. niederdrückend sein. Sie
werden nach der ersten Erregung,
die ich so durchaus verstehen
kann,
[seitlich links, Fortsetzung von der Randnotiz auf S. 2:]
de ich in dieser Zeit mit meinen Gedanken
bei Ihnen sein. Wie wird sich Ihr Leben nun weiter gestalten?
Mit innigster Teilnahme wird es stets verfolgen Ihre M. Schmidt-Köh[ne]