Schwarz, Karl: Brief an Unbekannt. Wien, 19.10.1832
Guthmütigkeit u Vertrauen wieder einmal
übereilt gewesen. Ich lächelte im Innern
als Sie mir versprachen zu schreiben, denn bei
dem eben empfangnen Beweiß Ihres Miß=
trauens gegen mich, mußte ich mit Recht
daran zweifeln. Aus diesem Gesichtspunkt
nun hat mich Ihr Brief überrascht. Freuen
thut es mich, daß Sie der unsre werden,
denn ich liebe unser Theater und die Würde
desselben zu sehr, als daß es mir nicht Freude
machen sollte, es mit einem verdienstvollen
achtbahren Mitgliede vermehrt zu sehen.
Sie können nun ohngefahr berechnen, wie Sie
mich zu nehmen, wenn Sie herkommen, daß ich der
Mann, der volles Vertrauen gern da giebt, wo
er es erwiedert findet. - Für ietzt meinen
herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Engagement.
Ich hoffe, daß Sie alles hier so finden werden,
wie es Ihnen bei Ihrem Hiersein geschienen,
und wie vieles in der That auch wirklich
hier ist.
Ihre Inlage an Freund Bauernfeld habe ich
übergeben, da er mir sagt, daß er in diesen
Tagen Ihnen Antwort giebt, benutze ich die
Gelegenheit, die Meinige gleich beizufügen.