Sittenberger, Hans: Brief an Rudolf Holzer. Wien, 11.11.1917
mahlin verstimmt sein könnte? Es ist ja nach
allem naheliegend, daran zu denken. Ich
kann mir zwar keinen rechten Grund ersinnen
u. obendrein würde das gar nicht zu M.'s ganzer
Art stimmen. Erwägen muss mans trotzdem.
Eigentlich vermute ich, dass die Weigerung,
Ihre Frau Gemahlin zu engagieren, weniger
ihr persönlich gilt als auf eine allgemeine Maß-
regel zurückgeht, hinter der die Intendanz
steckt. Es scheint mir fast - doch bitte, das
bleibt unter uns - als ob die Intendanz
aus Ersparungsgründen gegen jedes weitere
Engagement ein veto eingelegt hätte.
Wie gesagt, ich weiß gar nichts davon, ich
schließe dies nur aus allerlei Dingen, die
mir zu Gehör gekommen sind. Auch kommt
noch etwas hinzu: M. hat nun zwei vom
Volkstheater entlassene Schauspieler aufge-
nommen u. mit ihnen - bisher wenig-
stens - alles eher als Glück gehabt.
Vielleicht fürchtet er sich - wenn auch
grundlos, so doch begreiflicher Weise -