15. August
1920.
Hochgeehrter, lieber Freund!
Viel Schul= und Nebenarbeit und
endlich längere schmerzhafte Krankheit
haben mich abgehalten, Dir lange ein=
mal zu schreiben. In solchen Zeiten treten
seelische Leiden hinzu, die wir als Kriegs=
erbe zu tragen bekommen haben, um
uns tief herabzustimmen. Dazu kommt
noch ein anderer persönlicher Verlust,
indem mein alter biederer Freund Eberhard
Eysert, Kunstmaler in Leitmeritz, sich
aus unserem Zusammenbruch in eine
bessere Welt gerettet hat. Körperlich ein
Prachtmensch, durch und durch heimat=
knorrig und ansonst durch und durch
edelmännisch=altösterreichisch, hat ihn
das heurige Frühjahr mit einem Male
1920.
Hochgeehrter, lieber Freund!
Viel Schul= und Nebenarbeit und
endlich längere schmerzhafte Krankheit
haben mich abgehalten, Dir lange ein=
mal zu schreiben. In solchen Zeiten treten
seelische Leiden hinzu, die wir als Kriegs=
erbe zu tragen bekommen haben, um
uns tief herabzustimmen. Dazu kommt
noch ein anderer persönlicher Verlust,
indem mein alter biederer Freund Eberhard
Eysert, Kunstmaler in Leitmeritz, sich
aus unserem Zusammenbruch in eine
bessere Welt gerettet hat. Körperlich ein
Prachtmensch, durch und durch heimat=
knorrig und ansonst durch und durch
edelmännisch=altösterreichisch, hat ihn
das heurige Frühjahr mit einem Male