Stibitz, Josef: Brief an Richard von Kralik. o.O., 15.8.1920
zusammengerissen. Er hatte in Wien
unter Alt, Wurzinger und Plank seine
Studien gemacht. Oesterrreich, Wien
und seine Elbheimat war ihm alles,
und der alte Kaiser galt ihm als
der letzte Ritter. Das war ihm alles
unantastbar. Und da war der Zusam=
menbruch gekommen. Als ich das
letzte Mal zu ihm kam, fand ich ihn
in seinem „kleineren” Atelier ganz einsam
im Lehnstuhl, während er sich vom Gramo=
phon etwas vorspielen ließ. Es war hoch
im Nachmittag. In der Stadt wurden
Vorbereitungen zur Masařykfeier getrof=
fen, die den andern Tag stattfinden sollte.
Als ich eintrat, lächelte er und sagte: Ich
bereite mich gerade zur morgigen Feier
vor.
An der Wand hing ein Teppich mit
Österreichs Doppelaar und das Gramophon