Wien XIX./2, Armbrustergasse 20, 5. April, 1934
Lieber Freund! Besten Dank für Ihren Brief und auch, daß Sie sich Anderls
so lieb angenommen haben; er genießt seinen Aufenthalt in Bourron ungemein
und wir haben den Eindruck, daß dieses zwanglose und vollständige Zusammen-
leben mit Kindern das beste Mittel war, ihm seine psychischen Hemmungen ge-
gen das Französischsprechen zu nehmen, sodaß er , wenn er jetzt nach Paris
zurückkommt, sich viel leichter in seinen Schulbetrieb hineinfinden wird.
Von dieser Gesellschaft zur Pflege österreichischer Kunst im
Ausland habe ich schon gehört; sie scheint mir eine völlig unnütze Gschaf-
telhuberei zu sein und ich verspreche mir nichts Nennenswertes davon. Wenn
auf diese Art eine günstige Ausstellungsmöglichkeit für Sie zustandekommen sollte,
umso besser, aber das ist ja kaum der Hauptzweck der Veranstalter. Was spe-
ziell die Ausstellung in Paris anbelangt, so habe ich nach wie vor gegen ein
solches Unternehmen vor allem das Bedenken, daß eine solche Ausstellung im
Lieber Freund! Besten Dank für Ihren Brief und auch, daß Sie sich Anderls
so lieb angenommen haben; er genießt seinen Aufenthalt in Bourron ungemein
und wir haben den Eindruck, daß dieses zwanglose und vollständige Zusammen-
leben mit Kindern das beste Mittel war, ihm seine psychischen Hemmungen ge-
gen das Französischsprechen zu nehmen, sodaß er , wenn er jetzt nach Paris
zurückkommt, sich viel leichter in seinen Schulbetrieb hineinfinden wird.
Von dieser Gesellschaft zur Pflege österreichischer Kunst im
Ausland habe ich schon gehört; sie scheint mir eine völlig unnütze Gschaf-
telhuberei zu sein und ich verspreche mir nichts Nennenswertes davon. Wenn
auf diese Art eine günstige Ausstellungsmöglichkeit für Sie zustandekommen sollte,
umso besser, aber das ist ja kaum der Hauptzweck der Veranstalter. Was spe-
ziell die Ausstellung in Paris anbelangt, so habe ich nach wie vor gegen ein
solches Unternehmen vor allem das Bedenken, daß eine solche Ausstellung im