- ohne Ihrer gef. Erledigung vorgreifen zu wollen -
etwa zum Ausdruck bringen wollten, dass eine
Verherrlichung des Negertums an sich jedenfalls nicht
beabsichtigt und der Zweck Ihres von mir so sehr
geschätzten Werkes war. Ich denke mir die Formulierung
dieses höflichst erbetenen Satzes nicht gerade in einer
für die Münchner unbedingt beleidigenden Form,
denn ich will ja eine Belehrung bringen; aber ein
klein wenig Bosheit oder Ironie könnte Ihrer frdl.
Antwort nicht schaden.
Ich werde mir natürlich erlauben, Ihnen fallweise
ein Exemplar des von mir geplanten Artikels zu über=
senden und bitte Sie recht herzlich, mir die erbetene
Freundlichkeit zu erweisen. Da der jetzige Zeitpunkt
von mir als besonders glücklich gewählt ist, darf
ich vielleicht um möglichst beschleunigte Erledigung
meines Vorbringens bitten!
Mit bester Empfehlung und in besonderer
Wertschätzung & Verehrung Ihr hochachtungsvoll
ergebener
Dr. Hans Warnecke.
Warnecke, Hans: Brief an Ernst Krenek. München, 14.1.1930