Warnecke, Hans: Brief an Ernst Krenek. München, 14.1.1930
  • ohne Ihrer gef. Erledigung vorgreifen zu wollen -
    etwa zum Ausdruck bringen wollten, dass eine
    Verherrlichung des Negertums an sich jedenfalls nicht
    beabsichtigt und der Zweck Ihres von mir so sehr
    geschätzten Werkes war. Ich denke mir die Formulierung
    dieses höflichst erbetenen Satzes nicht gerade in einer
    für die Münchner unbedingt beleidigenden Form,
    denn ich will ja eine Belehrung bringen; aber ein
    klein wenig Bosheit oder Ironie könnte Ihrer frdl.
    Antwort nicht schaden.
    Ich werde mir natürlich erlauben, Ihnen fallweise
    ein Exemplar des von mir geplanten Artikels zu über=
    senden und bitte Sie recht herzlich, mir die erbetene
    Freundlichkeit zu erweisen. Da der jetzige Zeitpunkt
    von mir als besonders glücklich gewählt ist, darf
    ich vielleicht um möglichst beschleunigte Erledigung
    meines Vorbringens bitten!
    Mit bester Empfehlung und in besonderer
    Wertschätzung & Verehrung Ihr hochachtungsvoll
    ergebener
    Dr. Hans Warnecke.