Zweig, Stefan: Brief an Richard von Schaukal. Wien, 13.5.1914
sein wird. Auch ist Kalkreuth dazugekommen. Ich habe mit dem I. V
keinen Termin vereinbart, weil ich
nicht abschliesse, ohne etwas wirklich
Reprasentatives für unsere deutsche
Sprachcultur von heute sehe. Ich habe
keinerlei Honorar mit ihm vereinbart,
um immer noch zurücktreten zu
können, falls das Resultat mir nicht
genügt und die Vollendung und Ver
antwortung einem andern zu über-
lassen. Die Zeit ist vorbei, wo ich
leicht an Dinge herangieng und ich
spüre die Verantwortung, die eine
definitive Formung fordert.
Ihre Mitarbeit würde mich,
ich widerhole es, nicht nur fördern
sondern auch einen innern Wider-
spruch, der in der Idee der „besten
Ubertragungen” und Ihrem Fernbleiben
für mich immer bleiben wird, tilgen.