Zweig, Stefan: Brief an Richard von Schaukal. Wien, 25.5.1914
[mit Rotstift:] zurückerbeten !
SZ
VIII. KOCHGASSE 8
WIEN,
25. Mai 1914.
Sehr verehrter Herr Doktor !
Verzeihen Sie, dass ich Ihnen erst heute
schreibe und verzeihen Sie gleichzeitig ,dass es mit
Schreibmaschine geschieht .Zuerst war Dr. Kippen -
berg verreist ,dann ich selbst für einige Tage ,so
dass ich gezwungen bin ,um Sie nicht auf meine Ant-
wort warten zu lassen ,sie durch Diktat zu beschleu-
nigen .Ich habe nun Antwort vom Insel -Verlag . Er
ist mit meinem Vorschlag einverstanden ,von seinem
alleinigen Recht auf Verlaine -Ausgaben in Ihrem
Falle zurückzutreten ,da Sie so freundlich sind ,
sich an unserer Arbeit zu beteiligen ,nur knüpft er
noch die eine Bedingung daran ,deren Berechtigung
Sie hoffentlich nicht verkennen werden , dass nämlich
Ihre Verlaine Ausgabe nicht vor zwei Jahren nach dem
Erscheinen der unseren ausgegeben wird .Ich möchte
nun also , Ihr Einverständnis vorausgesetzt , eine
Reihe von Gedichten ,etwa zehn , aus Ihren schon be-
stehenden Uebertragungen in unsere Anthologie aufneh-
men und wäre Ihnen natürlich besonders dankbar ,wenn
Sie auch eventuelle Neuübersetzungen mir freundlichst
zur Verfügung stellen wollten . Ich will dann aus -
drücklich noch im Nachworte darauf hinweisen ,dass
Ihre eigene geschlossene Nachdichtung als Werk für
sich existiert und sich neu praesentieren wird und
möchte Ihnen dann die Formel ,in der ich es ankündi-