nicht der einzige und richtige Repräsentant von Oesterreich. Ich
sage Ihnen da vielleicht statt einer Höflichkeit nur mein inneres
Empfinden und bin gewiss, dass Sie nicht eine Sekunde es anders
verstehen als es gemeint war, nämlich als unmittelbarer Ausdruck
des Widerstandes, dem Sie von den immerhin hämisch gesinnten
und jede Gelegenheit nur gierig abwartenden „guten Freunden“ zu er-
warten hätten. Die ganze Angelegenheit ist ja nur durch das zwie-
spältige Verhalten Bahrs so kompliziert worden, der statt von der
ersten Stunde an mit mir ein Nein zu sagen, das dann Hofmannsthal
seinerzeit wiederholte, ein unablässiges Parlamentieren not-
wendig machtevon dem wir allein doch wissen, dass es zu nichts f
führt, weil er ja im letzten entschlossen ist nicht zu gehen. Sie
wissen wie gern ich Bahr habe, aber wir wissen ebensogut, dass er
in seiner Paradoxie immer etwas entgegensätzliches zu tun liebt
und ich müsste Sie doch insofern daran erinnern, dass Sie verlassen
sein werden, wenn Sie sich auf seine Zusage verlassen.
Lieber Freund, wir kennen uns zu lange, als dass Sie
irgend etwas politisches oder hinterhältiges in dieser Abmahnung
sehen würden. Mir bestätigt sich immer mehr das Gefühl, das ich
von der ersten Sekunde hatte, dass wir da auf ein übermässig glat-
es Parkett eingeladen sind auf dem man sehr leicht ausgleiten kann.
Nachdem Hofmannsthal, Schnitzler, Bahr und gewiss auch Schönherr
und Wildgans nicht dabei sind, ich selbst keine Lust habe mich
zu exponieren, sehe ich wenig für Sie lockendes mehr in der Einla-
dung. Ich verstehe Ihre Bedenken, dass wir der Regierung gefällig
sein sollten, aber vielleicht erweisen wir einer höhern Instanz, –
der europäischen Solidarität – einen bessern Dienst wenn die fran-
zösische Regierung bei diesem Anlasse gewahr wird, dass sie es un-
sage Ihnen da vielleicht statt einer Höflichkeit nur mein inneres
Empfinden und bin gewiss, dass Sie nicht eine Sekunde es anders
verstehen als es gemeint war, nämlich als unmittelbarer Ausdruck
des Widerstandes, dem Sie von den immerhin hämisch gesinnten
und jede Gelegenheit nur gierig abwartenden „guten Freunden“ zu er-
warten hätten. Die ganze Angelegenheit ist ja nur durch das zwie-
spältige Verhalten Bahrs so kompliziert worden, der statt von der
ersten Stunde an mit mir ein Nein zu sagen, das dann Hofmannsthal
seinerzeit wiederholte, ein unablässiges Parlamentieren not-
wendig machtevon dem wir allein doch wissen, dass es zu nichts f
führt, weil er ja im letzten entschlossen ist nicht zu gehen. Sie
wissen wie gern ich Bahr habe, aber wir wissen ebensogut, dass er
in seiner Paradoxie immer etwas entgegensätzliches zu tun liebt
und ich müsste Sie doch insofern daran erinnern, dass Sie verlassen
sein werden, wenn Sie sich auf seine Zusage verlassen.
Lieber Freund, wir kennen uns zu lange, als dass Sie
irgend etwas politisches oder hinterhältiges in dieser Abmahnung
sehen würden. Mir bestätigt sich immer mehr das Gefühl, das ich
von der ersten Sekunde hatte, dass wir da auf ein übermässig glat-
es Parkett eingeladen sind auf dem man sehr leicht ausgleiten kann.
Nachdem Hofmannsthal, Schnitzler, Bahr und gewiss auch Schönherr
und Wildgans nicht dabei sind, ich selbst keine Lust habe mich
zu exponieren, sehe ich wenig für Sie lockendes mehr in der Einla-
dung. Ich verstehe Ihre Bedenken, dass wir der Regierung gefällig
sein sollten, aber vielleicht erweisen wir einer höhern Instanz, –
der europäischen Solidarität – einen bessern Dienst wenn die fran-
zösische Regierung bei diesem Anlasse gewahr wird, dass sie es un-