Christel, Franz: Brief an Hermine Keim. Wien, 12.12.1920
Wien, am 12. Dezember 1920
Hochgeehrte, gnädige Frau!
Immer wieder, sooft ich mir
vornahm, meine Briefschuld einzulösen,
glaubte ich noch einige Tage zuwarten
zu sollen, bis ich Ihnen etwas Erfreu=
liches würde mitteilen können. Unsere
Zeitläufte sind nun aber nicht danach,
daß „Geduld Rosen bringt“ und so
will ich auch meine Zeilen nicht weiter
aufschieben.
Zunächst möchte ich Ihnen, hochge=
ehrte gnädige Frau, aus Anlaß der bevor=
stehenden Feiertage – dies zugleich im Namen
meiner Frau und meines Sohnes Erich
(der inzwischen bereits die Universität
bezogen hat) – die besten Wünsche