Christel, Franz: Brief an Hermine Keim. Wien, 12.12.1920
übermitteln. Möge es Ihnen vergönnt
sein, die Weihnachtstage recht wohl und
angenehm zu verleben! Das Ende des Jahres
bringt auch die Wiederkehr des Geburtsfestes
Ihres seligen Herrn Gemahls – zum 80. Male.
Ich kann es Ihnen nachfühlen, wie gern
Sie es gesehen hätten, daß sein Nachlaß
wenigstens zum Teile bis dahin der
Öffentlichkeit übergeben worden wäre.
Die Verhältnisse sind aber stärker als
die besten Absichten, von denen Sie ja
Herr Kuthmayer als Präsident der
Keim=Gesellschaft wohl ausreichend unter=
richtet haben dürfte.
Erst unlängst haben er und ich mit
dem Konsulenten des staatlichen Schulbü=
cherverlags, der auch eine „Volksbücherei“
herausgibt – Herrn Karl Lustig verhan=
delt, um eine Gedichtsammlung in Druck
zu legen. Wir fanden das herzlichste Ent=
gegenkommen: Herr Lustig versprach, alles
aufzubieten, um diesen Plan zu ver=