Christel, Franz: Brief an Hermine Keim. Wien, 12.12.1920
wirklichen. Bis zur Stunde aber habe ich noch
keinen Bescheid. Ein großes Verlagsunternehmen
– die „Wiener Literarische Anstalt“, hinter der
die Zentralbank deutschösterreichischer Sparkassen
steht – war leider nicht zu gewinnen. Wo
man anklopft, wird auf die unerschwinglichen
Papierpreise und Druckkosten verwiesen. (Die
Herstellung des Satzes [Setzerarbeit] im Umfang
von einem Bogen allein kostet 2000 K!) Selbst=
verständlich lassen wir uns nicht entmutigen.
Man spricht hier allgemein von einer Valuta=
Reform (einer neuen Geldwährung), mit der
eine entsprechende Abnahme der Teuerung
verbunden wäre. Dann wird auch die
entschwundene Unternehmungslust zurück=
kehren; dann wird auch der Verlag von
Georg Heinrich Müllers Nachfolger, der uns
auf billigere Zeiten vertröstete, vielleicht
zu einer neuen Ausgabe der „Gesam=
melten Werke“ in Verbindung mit
dem Nachlaßwerk zu bewegen sein.