Divéky, József: Brief an Arthur Roessler. o.O., 27.2.1915
geblieben. Umso eher werden Sie aber verstehen,
wie hoch ich den Besuch meiner Frau einschätzen muß;
ist sie doch für mich halb Österreich. Jetzt, wo sie schon
fort ist, weiß ichs erst recht zu würdigen. (Na, es
nutzt eben nischt, bei Allem ist eben der Refrain:
"Meine Frau". Nutzt auch nischt; Sie müssen's schon an=
hören!) - Für die mir übersandten Drucksachen
vielen Dank. Aber: Kunst & Künstler finde ich etwas
arm. Gut eigentlich nur die Künstlerlithografieen,
am Besten dann auch nur eine: MOPP. Der Fontane,
ich muß sagen enttäuschte mich kraß! Denn seh'n Se,
ich erwartete meine Gefühle von einem Künstler in
schöne Worte gekleidet und finde bloß lauter
Speisezettel und die Behauptung, das Sausen der
Granaten sei sehr unangenehm, ja scheußlich!
Ich kann mir nicht helfen, wenn er nicht grade
der Sohn vom alten Fontane wäre, ich hätte die
Briefe nicht herausgegeben. Nun, ich will nicht zu
sehr schimpfen, denn Sie haben ja meine Briefe
auch rausgebracht; aber sicher bin ich, daß Sie nur
das Wesentlichste herausgriffen, wo ich mir eventuell
dabei hätte was denken sollen und Sie's an
meiner Stelle taten. Denn wenn ich Ihnen aus
Polen schriebe "die Wege sind schlecht und Quartiere
sind schlecht, und dreckig ists, und regnen tut´s," so