Bettelheim, Helene: Brief an Marie von Ebner-Eschenbach. Wien, 11.9.1915
Nach Ischl sandte er uns eine Photographie, die er in
Radom, auf dem Wege von Iwangorod nach dem Süden
machen ließ, die wir sehr gelungen finden. Ich erlaube
mir nun, eines der Bilder diesem Briefe beizufügen, damit
unser Sohn mit uns zum 13. Sept. seine sehr herzlichen
u. aufrichtigen Glückwünsche darbringen kann. Er ist, - wie
Sie wohl wissen, verehrte Frau Baronin, Ihr warmer, großer
Verehrer, u. deshalb bin ich so unbescheiden, die weitgereiste
Ansichtskarte, Ihnen zu Füßen zu legen.
Ich freute mich sehr zu hören, dass Sie verehrte
Frau, sich wieder mit Bettys Schriften beschäftigten; es
ist mir immer ein schmerzliches Gefühl, daß ihr
Andenken von ihren undankbaren Landsleuten viel zu
wenig gepflegt wird. Welchen Nichtigkeiten, die sich in Scene
zu setzen wussten, wird gehuldigt, u. ihr starkes, ehrliches Talent
ihr tiefes u. reiches Wissen u. Können, die Eigenart