Blümelhuber, Michael: Porträtspostkarte an Wilhelm Kienzl. o.O., 6.9.1923
[Handschriftlich:]
Dies ist nur als Geständnis beigelegt, neben meiner
stählernen Tätigkeit schon öfter solche Wege gegangen zu sein,
die in der herrschenden Welt fast zu den verbotenen zählen
und nicht selten mit mehr oder weniger gelinden Strafen
geahndet worden. Aber darin bin ich unverbesserlich.
[Vorgedruckt:]
Stimmen zur ersten Auflage
Eine Dichtung höchsten Schwunges über den Welt=
krieg. „Weltenwende” gehört zu den Büchern, die drei=
mal gelesen sein wollen, ehe sie sich uns ergeben.
Adam Müller=Guttenbrunn
in einem Feuilleton des „Neuen Wiener Tagblatt”.
An Michel Blümelhuber sieht man, wie das Leben
auf eigener Scholle stark macht, fern von den Ablenkungen
und Nervenexzessen der Großstadt. Er gleicht in den
genialen Gedanken seines Werkes jenen alten Chronisten,
die aus irgend einem versteckten Winkel heraus ihre
Zeit mit der Ahnungslosigkeit eines Kindersinnes und
mit der Erleuchtung eines Sehers betrachteten und der
Nachwelt überlieferten. Rudolf Holzer
in der „Wiener Abendpost”.
Rudolf Holzers Urteil möchte ich zu dem meinen
machen. Eine Fülle seltsamer Gesichte, in seltsame, doch
stellenweise zartpoetische Form von einem Meister deutscher
Eisenkunst gebannt. Da erfüllt sich das Wort Michel
Angelos, daß das wahre Genie enzyklopädisch ist.
Enrica v. Handel-Mazzetti.
Ein mächtiger Zusammenklang von tiefen Empfin=
dungen, ahnungsvollen Visionen und herzbewegenden
Prophetenworten. Die Stimme eines Rufenden in der
Wüste, der auf das Kommen einer gewaltigen Welten=
wende der Geister vorbereiten will.
Ottokar Kernstock.
Ein mir sehr willkommenes Buch. Aus der „Welten=
wende” hört man den Klang eines starken Hammers
heraus. Heute muß jeder schmieden - ob Verse oder
Eisen - der Zweck ist immer der gleiche.
Ludwig Fulda.
Wir begrüßen es, daß ein aufstrebender österreichischer
Verlag trotz aller kriegswirtschaftlichen Hemmungen die
weitere Herausgabe des Werkes „Weltenwende”, das
schon in seiner ersten Auflage berechtigtes Aufsehen er=
regte, übernommen hat. Wir geben uns der zuversicht=
lichen Erwartung hin, daß es diesem Verlage im Vereine
mit der großen Freundeszahl des deutschfühlenden Ver=
fassers gelingen wird, dem Werke jene Verbreitung zu
sichern, die es seinem Inhalte und seinen Zielen nach
verdient. Die Hauptleitung
des deutschen Schulvereines in Wien.
[Handschriftlich:]
Für mein neues Buch „Walhall in Brand” (Verlag Roller Wien)
hat Ottokar Kernstock ein Geleite geschrieben. Und sobald ich
die Zeit aufbringe, will die Inspiration für ein Mÿsterienspiel
losbrechen, welches in seiner Hauptidee vielleicht unerhört
gefunden werden würde, wenn es dazu kommt.