darum geschehen. Ich habe nachzuweisen versucht, schon vor länge-
rer Zeit, dass es eine weit höhere Lebensform gibt, als das Tra-
gische, die als die sittlich höchste galt: und ich habe recht be-
halten. Nicht die Spur von Tragik liegt über Deutschland. Es hat
sie mit einem Entschlusse abgeschüttelt, auf die Gefahr hin, der
Unsittlichkeit beschuldigt zu werden: es hat den Krieg erklärt,
und wird davor von den Sittlichkeitssimulanten verklagt. Aber es
wäre tragisch gewesen, wenn Deutschland sich von sittlichen Be-
denken und Rechnungsfehlern hätte bestimmen lassen und aus idea-
listischem Eigensinn nicht entscheidend gehandelt hätte. Nun kom-
men die gegnerischen Vorwürfe, die ihm das als Verbrechen insi-
nuiren, was es nicht hätte tun sollen, damit die anderen es hät-
ten tun können. Nur keine Sentimentalitäten heute! Der Krieg ist
etwas Bestialisches, sicherlich.! Das wissen die Menschen, seit
es Kriege gibt. Aber sie führen sie dennoch. Also muss es etwas
geben, das stärker ist, als sittliche Gefühle. Wenn diese über
Hand nehmen, wo es sich um vitale Interessen, um sein oder nicht-
sein handelt; dort werden sie zur Krankheit, und die Menschen ge-
hen an ihr Zugrunde. Auch darin liegt nichts tragisches; das ist
ein Naturgesetz, und Naturgesetze kennen die Tragik nicht. Sie
ist eine subjektive Reflexion, und setzt dort ein, wo die Lebens-
kraft aufhört. Sie will einen Mangel verdecken, und nennt sich
"die Kraft zum Untergang". Vielleicht bin ich hart; aber vielleicht
ist das die Wirkung einer Kriegspsychose, der ich verfallen bin:
ich kann nicht anders. Aesthetisch ist das heutige Weltbild über
alle Begriffe erhaben: die monumentalste Äußerung der Lebenskraft
eines Volkes, die alles überwölbt, was noch je da war. Sollen wir
darüber weinen, wenn uns das Gefühl auch dazu drängt? Siegen heißt
für uns: das eigene Gefühl besiegen. Freilich muss es wirklich
rer Zeit, dass es eine weit höhere Lebensform gibt, als das Tra-
gische, die als die sittlich höchste galt: und ich habe recht be-
halten. Nicht die Spur von Tragik liegt über Deutschland. Es hat
sie mit einem Entschlusse abgeschüttelt, auf die Gefahr hin, der
Unsittlichkeit beschuldigt zu werden: es hat den Krieg erklärt,
und wird davor von den Sittlichkeitssimulanten verklagt. Aber es
wäre tragisch gewesen, wenn Deutschland sich von sittlichen Be-
denken und Rechnungsfehlern hätte bestimmen lassen und aus idea-
listischem Eigensinn nicht entscheidend gehandelt hätte. Nun kom-
men die gegnerischen Vorwürfe, die ihm das als Verbrechen insi-
nuiren, was es nicht hätte tun sollen, damit die anderen es hät-
ten tun können. Nur keine Sentimentalitäten heute! Der Krieg ist
etwas Bestialisches, sicherlich.! Das wissen die Menschen, seit
es Kriege gibt. Aber sie führen sie dennoch. Also muss es etwas
geben, das stärker ist, als sittliche Gefühle. Wenn diese über
Hand nehmen, wo es sich um vitale Interessen, um sein oder nicht-
sein handelt; dort werden sie zur Krankheit, und die Menschen ge-
hen an ihr Zugrunde. Auch darin liegt nichts tragisches; das ist
ein Naturgesetz, und Naturgesetze kennen die Tragik nicht. Sie
ist eine subjektive Reflexion, und setzt dort ein, wo die Lebens-
kraft aufhört. Sie will einen Mangel verdecken, und nennt sich
"die Kraft zum Untergang". Vielleicht bin ich hart; aber vielleicht
ist das die Wirkung einer Kriegspsychose, der ich verfallen bin:
ich kann nicht anders. Aesthetisch ist das heutige Weltbild über
alle Begriffe erhaben: die monumentalste Äußerung der Lebenskraft
eines Volkes, die alles überwölbt, was noch je da war. Sollen wir
darüber weinen, wenn uns das Gefühl auch dazu drängt? Siegen heißt
für uns: das eigene Gefühl besiegen. Freilich muss es wirklich