Stoffgebiets mit solcher Schöpferkraft herausgehoben. Neben ihm
verschwinden alle anderen Darsteller jüdischen Volkslebens.
Gegen den Vorwurf der „Tendenzdichtung“ hat sich Franzos selbst
verteidigt. „Wenn derjenige ein Tendenzschriftsteller ist, der
durch seine Arbeiten einen ethischen Zweck verfolgt, dann
bin ich einer.“ Er wollte eben durch seine Schriften „ein
Scherflein beisteuern zu dem hohen Ziel, die Zustände Halb=
Asiens denen Europas ähnlicher zu machen.“ Daher der
erwärmende Hauch der Menschenliebe, der uns aus allen
seinen Dichtungen anweht. Sein Lebensspruch, den jetzt
sein Grabstein trägt, lautet: - - - - - -
Auch als einer unserer spürsinnigsten Literaturforscher
verdient Franzos auszeichnende Erwähnung. Er besaß
die beste Eigenschaft eines Beurteilers dichterischer
Werke: die Gabe freudiger Anerkennung. Seine Arbei=
ten über G. Büchner und C. F. Mayer, seine Untersuchun-
gen über Heine, seine Sammlung und Sichtung berufener
Urteile über die Entstehung des dichterischen Erstlings-
werks, über eine zu gründende Deutsche Akademie -
vieles davon wird gleich seinen Erzählungen dauern.
Auf die Entwicklung der neuesten Literatur, besonders
der Lyrik, hat er durch seine Zeitschrift „Deutsche Dichtung“
einen nachweisbaren Einfluß geübt.“
Zu: „D. deutsche Lit. u. d. Juden“. In meinem Ex. ist angemerkt:
Druckfehler: S. 71. Z. 11 v. u. Werke statt Freunde. S. 82. Z[6/1]. v. o. leichtsin=
niger. 90. Z. 10 v. u. Lea statt Leo. Bei Franzos muß es heißen,
da das Buch 1910 erschienen ist, „ist vor sechs Jahren gestorben.“
Den Artikel besitzen Sie ja.
Johannes Scherr, Ill. Geschichte der Weltliteratur. „Dagegen wußte ein
jüngerer Landsmann Postels, der Österreicher Franzos (geb. 1848) in
seinen Schriften (D. J. v. B. H-A. D. z. D., A. d. gr. Ebene, Schatten)
die Ethnographie auf's Glücklichste mit novellistischer Darstellung
zu verbinden. Manche seiner Schilderungen aus Galizien
u. den unteren Donauländern sind wahre Kabinettsstücke
der Völkerpsychologie, u. sein Shylok v. B. u. sein
Wahrheit-
sucher dürfen sich als Kunstwerke betrachtet, neben
jede erzählende Dichtung der modernen Literatur stellen.“ 1886.
Glauben Sie ja nicht, daß ich Ihre Frankierungswünsche mißachte, man erhält
aber auf dem Postamt durchaus nicht die Markensorten, die man
wünscht. - In Johannes Scherr's: Hammerschläge u. Historien. Zürich
1878 ist ein Abschnitt K. E. F. gewidmet.
Gute Nacht! Seien Sie mit den Ihren vielmals gegrüßt, verehrter
Herr Professor,
von Ihrer
OF
verschwinden alle anderen Darsteller jüdischen Volkslebens.
Gegen den Vorwurf der „Tendenzdichtung“ hat sich Franzos selbst
verteidigt. „Wenn derjenige ein Tendenzschriftsteller ist, der
durch seine Arbeiten einen ethischen Zweck verfolgt, dann
bin ich einer.“ Er wollte eben durch seine Schriften „ein
Scherflein beisteuern zu dem hohen Ziel, die Zustände Halb=
Asiens denen Europas ähnlicher zu machen.“ Daher der
erwärmende Hauch der Menschenliebe, der uns aus allen
seinen Dichtungen anweht. Sein Lebensspruch, den jetzt
sein Grabstein trägt, lautet: - - - - - -
Auch als einer unserer spürsinnigsten Literaturforscher
verdient Franzos auszeichnende Erwähnung. Er besaß
die beste Eigenschaft eines Beurteilers dichterischer
Werke: die Gabe freudiger Anerkennung. Seine Arbei=
ten über G. Büchner und C. F. Mayer, seine Untersuchun-
gen über Heine, seine Sammlung und Sichtung berufener
Urteile über die Entstehung des dichterischen Erstlings-
werks, über eine zu gründende Deutsche Akademie -
vieles davon wird gleich seinen Erzählungen dauern.
Auf die Entwicklung der neuesten Literatur, besonders
der Lyrik, hat er durch seine Zeitschrift „Deutsche Dichtung“
einen nachweisbaren Einfluß geübt.“
Zu: „D. deutsche Lit. u. d. Juden“. In meinem Ex. ist angemerkt:
Druckfehler: S. 71. Z. 11 v. u. Werke statt Freunde. S. 82. Z[6/1]. v. o. leichtsin=
niger. 90. Z. 10 v. u. Lea statt Leo. Bei Franzos muß es heißen,
da das Buch 1910 erschienen ist, „ist vor sechs Jahren gestorben.“
Den Artikel besitzen Sie ja.
Johannes Scherr, Ill. Geschichte der Weltliteratur. „Dagegen wußte ein
jüngerer Landsmann Postels, der Österreicher Franzos (geb. 1848) in
seinen Schriften (D. J. v. B. H-A. D. z. D., A. d. gr. Ebene, Schatten)
die Ethnographie auf's Glücklichste mit novellistischer Darstellung
zu verbinden. Manche seiner Schilderungen aus Galizien
u. den unteren Donauländern sind wahre Kabinettsstücke
der Völkerpsychologie, u. sein Shylok v. B. u. sein
Wahrheit-
sucher dürfen sich als Kunstwerke betrachtet, neben
jede erzählende Dichtung der modernen Literatur stellen.“ 1886.
Glauben Sie ja nicht, daß ich Ihre Frankierungswünsche mißachte, man erhält
aber auf dem Postamt durchaus nicht die Markensorten, die man
wünscht. - In Johannes Scherr's: Hammerschläge u. Historien. Zürich
1878 ist ein Abschnitt K. E. F. gewidmet.
Gute Nacht! Seien Sie mit den Ihren vielmals gegrüßt, verehrter
Herr Professor,
von Ihrer
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