Wien 25/1 23.
Lieber, verehrter Herr Professor! Ich schiebe Alles bei Seite, um Ihnen
zu schreiben. Es soll nicht etwa in Ihnen der Gedanke auftauchen, daß
die Vorgänge in der Welt irgend einen Einfluß auf unsere
persönlichen Beziehungen haben könnten. - Mein Leben ist seit
14 Tage recht von wirtschaftlichen Dingen in Anspruch genommen,
da das Mädchen meines im Hause wohnenden Bruders
auf Krankenurlaub ist & meine Perle hier mit einem schwe-
ren Katarrh zu Bett liegt & mir rechte Sorge macht. Gestern
gingen zudem viele Stunden mit einem Wohnungsprozeß
meiner Schwester hin, in dem ich als Zeugin aufzutre-
ten hatte. Außerdem habe ich schüchtern die biographische
Skizze begonnen - - - -
Nun zu Ihrem letzten lieben Brief vom 14./1. Der Erfolg des
„Pojaz” in Dänemark ist mir an und für sich eine große Freude.
Ich kann mir aber auch nicht denken, daß ein flämischer Verleger
nicht ebenso viel Einsehen hätte wie der Kopenhagener, der
wenigstens die für ihn sehr bescheidene Summe von 25
dänischen Kr. per Bogen bezahlt hat. Die Erfahrung mit
dem Amsterdamer und den „Juden v. Barnow” hat mir
meinen Glauben an den Anstand der Menschen nicht ge-
raubt. - Was die Kölner Dame an ihre in Belgien lebende
Schwester schrieb, kann ich für hier wortwörtlich unterschrei-
ben! Für die 5 francs vielen Dank. Sie sind gewiß nicht böse,
wenn ich sie für jemand Anderen als meine Cousine ver-
wende, für die es augenblicklich keine Notwendigkeit
ist, sondern nur eine Freude wäre. Vielen Dank auch
für die Marke für meinen Allergeliebten! Gott segne,
erhalte und beschütze ihn. 4/2 Nachdem, was ich gestern hörte, erhält
In der Sammlung: Aus d. „XIX Jahrh.” sind erschienen:
I. „Erinnerungen v. Max Ring.” II. „Erinnerungen von Willibald”
Alexis”. III. „Briefwechsel zwischen Anastasius Grün & L. A. Frankl
(1845-1876.) / Letzteres wohl das Wertvollste./ Ob etwas aufzutreiben
wäre?! Heyse's Besprechung des „Kampfs” werde ich kaum besitzen,
da ich viele Kilo Besprechungen seinerzeit an Cotta gesandt
habe. - „Die „Braune Rosa” enthält nichts, was Sie nicht besäßen.
Es ist ein für die Cotta'sche Handb. zusammengestelltes Bändchen:
Braune Rosa. Locke d. F. Agatha. Unser Hans. Vettern von
Brandenegg. Wollen Sie es trotzdem? „Victor” & „Gartenbilder”
[links:]
meine alte Cousine doch die 5 francs, die zweiten ihr im Versorgungs-
haus untergebrachter Bruder. Der fr. steht 3775 Kr. Wie Sie also an Kompert sehen,
berechnen wir den seltenen Schulze
nicht hoch.
Lieber, verehrter Herr Professor! Ich schiebe Alles bei Seite, um Ihnen
zu schreiben. Es soll nicht etwa in Ihnen der Gedanke auftauchen, daß
die Vorgänge in der Welt irgend einen Einfluß auf unsere
persönlichen Beziehungen haben könnten. - Mein Leben ist seit
14 Tage recht von wirtschaftlichen Dingen in Anspruch genommen,
da das Mädchen meines im Hause wohnenden Bruders
auf Krankenurlaub ist & meine Perle hier mit einem schwe-
ren Katarrh zu Bett liegt & mir rechte Sorge macht. Gestern
gingen zudem viele Stunden mit einem Wohnungsprozeß
meiner Schwester hin, in dem ich als Zeugin aufzutre-
ten hatte. Außerdem habe ich schüchtern die biographische
Skizze begonnen - - - -
Nun zu Ihrem letzten lieben Brief vom 14./1. Der Erfolg des
„Pojaz” in Dänemark ist mir an und für sich eine große Freude.
Ich kann mir aber auch nicht denken, daß ein flämischer Verleger
nicht ebenso viel Einsehen hätte wie der Kopenhagener, der
wenigstens die für ihn sehr bescheidene Summe von 25
dänischen Kr. per Bogen bezahlt hat. Die Erfahrung mit
dem Amsterdamer und den „Juden v. Barnow” hat mir
meinen Glauben an den Anstand der Menschen nicht ge-
raubt. - Was die Kölner Dame an ihre in Belgien lebende
Schwester schrieb, kann ich für hier wortwörtlich unterschrei-
ben! Für die 5 francs vielen Dank. Sie sind gewiß nicht böse,
wenn ich sie für jemand Anderen als meine Cousine ver-
wende, für die es augenblicklich keine Notwendigkeit
ist, sondern nur eine Freude wäre. Vielen Dank auch
für die Marke für meinen Allergeliebten! Gott segne,
erhalte und beschütze ihn. 4/2 Nachdem, was ich gestern hörte, erhält
In der Sammlung: Aus d. „XIX Jahrh.” sind erschienen:
I. „Erinnerungen v. Max Ring.” II. „Erinnerungen von Willibald”
Alexis”. III. „Briefwechsel zwischen Anastasius Grün & L. A. Frankl
(1845-1876.) / Letzteres wohl das Wertvollste./ Ob etwas aufzutreiben
wäre?! Heyse's Besprechung des „Kampfs” werde ich kaum besitzen,
da ich viele Kilo Besprechungen seinerzeit an Cotta gesandt
habe. - „Die „Braune Rosa” enthält nichts, was Sie nicht besäßen.
Es ist ein für die Cotta'sche Handb. zusammengestelltes Bändchen:
Braune Rosa. Locke d. F. Agatha. Unser Hans. Vettern von
Brandenegg. Wollen Sie es trotzdem? „Victor” & „Gartenbilder”
[links:]
meine alte Cousine doch die 5 francs, die zweiten ihr im Versorgungs-
haus untergebrachter Bruder. Der fr. steht 3775 Kr. Wie Sie also an Kompert sehen,
berechnen wir den seltenen Schulze
nicht hoch.