3.
31.470 Kronen mit Zustellung und Trinkgeld 1000 Kr.
mehr. Eine mittlere Köchin 36 Kronen gegen
35.000. Eine Tagfrau 2 Kronen 5000, Waschfrau ebenso. Ein
Stück Seife 80 Gramm 800 Kronen. Frühere Arbeits-
zeit 7 - 7 Uhr, jetzige 8 - 4 Uhr.
In der Volksküche, die doch eigentlich für sehr Arme
gedacht ist: eine Suppe 40 Kronen, Kraut 120 Kr.
Fleisch mit Nockerln, in Deutschland Spatzen ge-
nannt, einfachste Speise aus Mehl, etwas Fett, Was-
ser tausend Kronen. Polenta mit Mus 400 Kro-
nen. Kaffee 80 Kronen. Dabei haben die Wiener
städtischen Pfründner, also die Armen, die die
Gemeinde zu erhalten hat, im Monat sage und
schreibe: 44 Kronen 52, höchstens 60 Kronen.
Ein Arbeiter, der in der Woche 50,000 Kronen,
also im Monat 200,000 verdient, erklärt nicht le-
ben zu können. Er kann auch nicht täglich den
Liter Wein trinken, den er für nötig hält und dessen
billigste Sorte bereits 3200 Kr. kostet. Der Arme!
Dass den alten kleinen Rentnern und Rentnerin=
nen, die mit 100 Kronen Zinsen monatlich ihr Al=
tersauskommen hatten, nichts übrig bleibt, als still
zu verhungern, ist zweifellos. Die Pfründner helfen
sich wohl zum grossen Teil durch betteln.
Vorübergehende ziehen oft tausend Kronen aus der
Westentasche und geben sie den Bittenden an der
Strassenecke.
Vor den ganz teuern Restaurants drängen
sich, im Gegensatz zu all dem, die Menschen bis
sie einen Platz bekommen können. Dabei sind
die Preise so: deux oeufs pochés mit nicht fri-
scher, sondern Conserventomatensauce am
Tage, wo ein Ei im Laden 450 Kronen gekostet
hat, 3500 Kronen! Folgendes diner für 2 Per=
sonen: 2 Krebsensuppen, 1 gekochtes Rind-
fleisch mit Kartoffeln und Sauce, ein Cotelette
mit Spinat, eine kleine patisserie, eine
Scheibe Melone, 2 Moccatassen Kaffee, eine
halbe Flasche österreichischer Rotwein, zwei
Brötschen - zwischen 38 und 39 tausend
31.470 Kronen mit Zustellung und Trinkgeld 1000 Kr.
mehr. Eine mittlere Köchin 36 Kronen gegen
35.000. Eine Tagfrau 2 Kronen 5000, Waschfrau ebenso. Ein
Stück Seife 80 Gramm 800 Kronen. Frühere Arbeits-
zeit 7 - 7 Uhr, jetzige 8 - 4 Uhr.
In der Volksküche, die doch eigentlich für sehr Arme
gedacht ist: eine Suppe 40 Kronen, Kraut 120 Kr.
Fleisch mit Nockerln, in Deutschland Spatzen ge-
nannt, einfachste Speise aus Mehl, etwas Fett, Was-
ser tausend Kronen. Polenta mit Mus 400 Kro-
nen. Kaffee 80 Kronen. Dabei haben die Wiener
städtischen Pfründner, also die Armen, die die
Gemeinde zu erhalten hat, im Monat sage und
schreibe: 44 Kronen 52, höchstens 60 Kronen.
Ein Arbeiter, der in der Woche 50,000 Kronen,
also im Monat 200,000 verdient, erklärt nicht le-
ben zu können. Er kann auch nicht täglich den
Liter Wein trinken, den er für nötig hält und dessen
billigste Sorte bereits 3200 Kr. kostet. Der Arme!
Dass den alten kleinen Rentnern und Rentnerin=
nen, die mit 100 Kronen Zinsen monatlich ihr Al=
tersauskommen hatten, nichts übrig bleibt, als still
zu verhungern, ist zweifellos. Die Pfründner helfen
sich wohl zum grossen Teil durch betteln.
Vorübergehende ziehen oft tausend Kronen aus der
Westentasche und geben sie den Bittenden an der
Strassenecke.
Vor den ganz teuern Restaurants drängen
sich, im Gegensatz zu all dem, die Menschen bis
sie einen Platz bekommen können. Dabei sind
die Preise so: deux oeufs pochés mit nicht fri-
scher, sondern Conserventomatensauce am
Tage, wo ein Ei im Laden 450 Kronen gekostet
hat, 3500 Kronen! Folgendes diner für 2 Per=
sonen: 2 Krebsensuppen, 1 gekochtes Rind-
fleisch mit Kartoffeln und Sauce, ein Cotelette
mit Spinat, eine kleine patisserie, eine
Scheibe Melone, 2 Moccatassen Kaffee, eine
halbe Flasche österreichischer Rotwein, zwei
Brötschen - zwischen 38 und 39 tausend